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Erweiterte
Fassung
Diese
Schrift ist für Personen gedacht, welche einen Gott als Ursache der Schöpfung
ausschliessen, dabei aber an einer Antwort auf diese Frage von Seiten der
Wissenschaft interessiert sind.
Wenn
je eine Chance bestehen soll, dass die Religionen zurückgedrängt werden
können, dann nur mit den Mitteln der Wissenschaft. Wie das möglich ist möchte
ich mit meinem Vorschlag erläutern. Der
Mensch will nicht nur wissen, wer er ist, sondern auch woher er kommt.
Wer
das als Logiker verneint, spielt den Religionen in die Hände.
Die
wahrscheinlich letzte kopernikanische Wende
Um nach dem Ursprung des Daseins zu forschen gibt es
heute nur noch den Weg über die moderne Physik. Diese stellt mittlerweile
die Mittel zur Verfügung, welche über die reine Materie hinaus
Berechnungen ermöglichen. Eigentlich wäre dazu eine Umbenennung der
Physik in Energik nötig, weil diese Wissenschaft mittlerweile nicht mehr
bloss feste Körper beschreibt, sondern auch derer energetischer Ursprung.
Aus diesen Mitteln habe ich eine These entwickelt. Sie beruht also rein
auf dem, was heute physikalisch bekannt ist und verwendet dieses Wissen für
eine, zweifellos vorläufig noch spekulative, Überlegung. Die Richtigkeit
der Argumentationslogik dieser Überlegungen muss der Leser also selbst
eruieren.
Mit dieser These lässt sich die wahrscheinlich letzte
„kopernikanische“ Wende vollziehen. Diese kühne Behauptung wage ich,
weil mit ihr etwas beschrieben wird, was das noch keine Theorie, welche
den Standpunkt des Menschen im Universum relativierte, derart konsequent
zustande brachte. Sie relativiert nämlich
dem Menschen einerseits seine vermeintlich bedeutende Rolle im Universum
bis zur Unkenntlichkeit, zeigt aber, dass er selber aus dem besteht, was
ihn endgültig vom Sockel seiner gefühlten Wichtigkeit stürzt. Wir
Menschen sind also nicht nur ohne besonderen Status in der Natur, sondern
sind zugleich selbst das, was uns bewirkt. Wir existieren als das, was ich
das Omniversum nenne und sind dadurch dieses selbst in bestimmter
energetischer Form. In uns schliesst sich also der Kreis, der im
Omniversum beginnt, aber auch
endet. Als einziger Höhepunkt, den wir für uns ausmachen können, ist
das Phänomen, dass wir es letztlich sind, die das Omniversum - also
unseren Ursprung - selber erkennen können, was aber zugleich auch
bedeutet, dass das Omniversum sich selbst, durch unsere Daseinform
erkennen kann. Gerade das ermöglicht uns aber die Einsicht, dass wir
selbst aus dem hervorgegangen sind, was die Vorbedingung
unseres Seins ist, nämlich Energie.
Warum ich die Behauptung wage, es sei die
letzte kopernikanische Wende, beruht darauf, dass wir mit der uns zur
Verfügung stehenden Logik z.B. kaum noch etwas nach dem, was ich als
Nichtraum bezeichne, oder dem Nichts, denken können. Auch können
wir uns nichts anderes vorstellen als Räume, die durch Formen von Energie
entstanden sind, welche eine Materialisierung, wie wir sie wahrnehmen,
bewirkten, respektive bewirken. Wenn ich das trotzdem als bloss
wahrscheinlich bezeichne so aus reiner Vorsicht, weil wir ja nicht bis in die letzte Konsequenz sicher sein können,
ob unser Denken wirklich in der Lage ist, alles was sein könnte, zu
erfassen. Diese mögliche Einschränkung lässt sich aber nicht für eine
allfällige Existenz von dahinter wirkenden Geister oder Götter
missbrauchen, weil diese ja auch nichts anderes als Produkte unseres
Denkens sind und somit nicht aus einer Logik stammen, die man hypothetisch
noch als uns unbekannt, oder gar überlegen, postulieren kann.
In dieser These verlieren wir zwar vorerst unsere Orientierung, weil wir für
die Identitätssuche nichts anderes mehr haben als das, was uns selbst
bewirkt. Wir können uns auch
an nichts Aussenstehendes mehr wenden, um unsere Interesse geschützt zu
bekommen. Die Bequemlichkeit, die uns die Unterscheidung in Materie und
Geist als zwei getrennte Zustände bescherte, fällt dahin. Dafür
erhalten wir die Gewissheit, dass wir im Prinzip unzerstörbar sind, weil
wir nur die Zustandsform wechseln können, nicht aber unsere elementare
Substanz. Die bleibt solange erhalten, wie Bewegung im Omniversum ist.
Da alles Energie ist, gehe ich davon aus, dass das, was wir beobachten können,
Energie in verschiedenen Formen ist
Diese Darstellung der Natur ist aber nur der
abstrakteste Überbau den man sich denken kann.
Ihre detaillierte Beschreibung ist natürlich komplizierter. Meine Absicht
ist aber genau aus dem fast unübersichtlichen Feld von Koinzidenzen und
derer Naturkonstanten, eine diskrete Herkunft zu finden. Und die ist auf
ihrer abstraktesten Ebene denkbar einfach. Fast schon erschreckend
einfach. Da aber bekanntlich die Forderung besteht dass einfache Gesetze,
auch schöne Gesetze genannt, glaubwürdiger wirken, als komplizierte,
gibt mir das den Mut diesen Vorschlag zu veröffentlichen.
Aus
was besteht die Welt?
Meine
wichtigste These lautet, dass alles, was existiert aus Energie geworden
ist.
Wenn wir akzeptieren, dass alles seinen Ursprung in der
Energie hat, so haben wir kein gespaltenes Weltbild mehr. Wir brauchen
z.B. die Welt nicht mehr in Materie und Geist zu trennen. Diese Überlegungen
vertragen sich bestens mit dem, was die moderne Wissenschaft heute als
gesichert erkennt. Wahrscheinlich ist diese Definition über den Ursprung
des Daseins die letzte noch mögliche, die mit unserer Logik getan werden
kann. Dabei meine ich nicht nur die rationalistische Logik, sondern auch
jene Logik, die Eigenschaften, wie sie uns die quantenphysikalische Logik
aufzwingt mit einbezieht. Hier geht es um die Synchronizitäten von natürlichen
Prozessen, welche man bis dahin als getrennte Eigenschaften angesehen hat.
Diese These macht auch eine bewusste Instanz überflüssig, welche ursprünglich
für die Entstehung der Welt als
verantwortlich gedacht wurde, weil selbst eine solche, würde es sie
geben, aus Energie bestehen müsste. Sie kann folglich nicht als Ursprung
von dem gelten, was wir als Natur wahrnehmen. Gehen wir vom energetischen
Ursprung der Natur aus, so lassen sich problemlos Entstehungsmodelle
entwickeln, welche einen Prozess beschreiben, welcher, völlig autonom, zu
Entwicklungen führt, die auch Weltalle, wie wir eines bewohnen, bewirken
können.
Wie lässt sich
das begründen?
Heute ist es wohlbekannt und experimentell unzählige Male bewiesen,
dass das was wir im subatomaren Bereich sehen, sich von dem Zustand, den
wir als Materie bezeichnen, in den Zustand von Energie wandeln kann. Die
Materie ist also nichts Stabiles oder gar selbstständiges, das mit dem
energetischen Teil der Naturereignisse nichts zu tun hat. Im Gegenteil.
Auch sie ist die Folge zusammengezogener
Energie. Materie ist also aus derselben Substanz, die das bewirkt,
was wir als Geist oder als geistig zu bezeichnen pflegen. Das was wir als
Atom bezeichnen, was das Unteilbare bedeutet, ist also etwas, das sich in
kurzer oder langer Zeit in Energie auflöst.
Das bedeutet auch, dass alle Variationen an Empfindungen nichts anderes
sind als das, was wir als Energie bezeichnen. Es dürfte für den Leser
wohl nicht schwierig sein, diese Tatsache an sich selbst zu empfinden.
Wir müssen die Definition des Begriffes Energie als blosse Folge von
Interaktionen zwischen materiellen Zuständen erweitern, indem wir diesen
auf seine eigentliche Bedeutung, nämlich als Dynamik, oder auch schlicht
als Bewegung aller Vorgänge in der Natur, verstehen.
Woher
kommt es, dass sich Energie zu Materie zusammenzieht?
Viele eruierte Prozesse zeigen, dass der Prozess der Materialisierung
über sich speisende Felder geschieht.
Anfänglich sind es im Vakuum entstehende virtuelle Teilchen, denen eine
bestimmte Ladungsmasse fehlt, um sich zu stabilisieren.
Es gibt mathematisch sehr glaubwürdige Hinweise, dass die
Materialisierung in unserem Weltall über energetische Felder geschieht.
Bis jetzt fehlt aber nur noch der experimentelle Beweis dazu, dass sich
virtuelle Teilchen über ein sogenanntes Higgsfeld materialisieren. Dieser
offene, noch nicht bestätigte Beweis lässt sich in wenigen Jahren
erbringen, sollte die Theorie richtig sein. Sie ist gegenwärtig
Gegenstand der Versuche im CERN in Genf.
Woher
kommen die energetischen Felder, die sich materialisieren?
Im heutigen Zustand sind die Materialisierungen hauptsächlich
die Folge der Abkühlung des Weltalls. Nach der heute vorherrschenden
Lehrmeinung entstand unser Weltall durch die explosionsartige Ausdehnung
einer sogenannten Singularität. Die sich immer weiter ausbreitende
Energie war reine Strahlung, welche immer mehr abkühlte. Dabei setzte der
Prozess von dem ein, was wir als Materialisierung bezeichnen können. Das
Medium zur Erreichung eines solchen Zustandes bleibt aber nach wie vor die
Energie.
Woher
kommt aber das, was wir Singularität nennen?
Die Singularität ist die Folge einer sich bis zu einem
kritischen Punkt zusammenziehende Energie. Selbst neuere Theorien mit
einem nicht unbedingt explodierenden Urzustand würden die Tatsache, dass
auch dieser energetischen Ursprungs ist, nicht aufheben. Denn auch solche
Theorien beruhen auf energetischen Wellenfunktionen. Es ist also rein aus
dieser Tatsache heraus praktisch erwiesen, dass alles energetischen
Ursprungs sein muss. Das gilt für das ganze von uns wahrgenommene
Weltall, inklusive Leben und Bewusstsein.
Woher
kommt diese Energie?
Eine Singularität muss sich in einem Medium
entwickeln. Dieses Medium nenne ich Omniversum. Im Unterschied zum Begriff
Universum umfasst und beinhaltet diese Definition alles. Unser Weltall
befindet sich also in einem Omniversum.
In diesem Omniversum ziehen sich Energien zusammen oder dehnen sich aus.
So kommt es unter bestimmten Konstellationen zu Singularitäten, die, wenn
sie inflationär werden, Weltalle erzeugen. Solche Weltalle müssen nicht
alle die gleichen Eigenschaften haben, welche wir bei unserem beobachten.
Die Energien selbst entstehen in dem, was ich als Nichtraum bezeichne.
Dieser Nichtraum ist einfach dort, wo sich nichts ereignet. Er ist
folglich dimensionslos, weil es da keine Eigenschaften und
Begrifflichkeiten mehr gibt. Er hat aber trotzdem die Eigenschaft
energetische Fluktuationen zu erzeugen. Das geschieht
möglicherweise Aufgrund der Spannung, die ich als kinetisch und
potenziell zugleich definiere.
Dass es das in der Natur geben kann, ist selbst in unserem Weltall
auszumachen. Denn auch hier entstehen Fluktuationen in einem Vakuum. Den
Zustand des Nichtraumes möchte ich aber nicht als Vakuum definieren, weil
er ja nicht in einem ihn umfassenden Medium ist. Er
würde quasi selbst alles umfassen, wenn man eine solche Definition
dazu überhaupt noch verwenden kann. Eher würde ich sagen, er ist
zugleich alles und nichts. Immer, wenn im Nichtraum etwas geschieht, hebt
es ihn in dieser Region auf. Verschwinden die Energien wieder, so entsteht
dort wieder Nichtraum. Er ist nicht lokal, aber auch nicht überall. Er
ist nur dort, wo es keine Bewegung, also Energie gibt. Wo Nichtraum ist
entscheidet sich also anhand der Abwesenheit von Energie. Denn, wo Energie
ist, ist auch gleich Raum und Zeit, somit kein Nichtraum mehr. Selbst
unsere Gedanken an den Nichtraum heben ihn um die Qualität eines solchen
auf.
Warum
gibt es Naturgesetze?
Wenn wir von unserem Standpunkt aus die Welt
betrachten, so erkennen wir, dass die Natur aus lauter energetischen Verhältnissen
besteht, den Naturgesetzen. Beginnen wir jedoch dort, wo sich die
Bedingungen für ein solches Weltall, wie wir es kennen erst entwickeln,
erscheint uns vieles als Zufall. Nur durch die Tatsache, dass sich das
zusammenschloss, was der Physiker Hans Peter Dürr als Möglichkeitswellen
bezeichnete, wurden physikalische Verhältnisse möglich, die wir im
Nachhinein als Naturgesetze erkennen. Die Realität ist also die, dass
vorerst riesige dynamische Prozesse Möglichkeiten aufbauen, welche beim
potenziellen Zusammentreffen Gesetzmässigkeiten ergeben können.
Hat
da eine Gottheit noch Platz?
Weil die physikalische Evolution ganz alleine durch
das, was wir Naturgesetze nennen, bewirkt wird, kann auf einen Gott bei
dieser Theorie verzichtet werden. Es braucht ihn also überhaupt nicht.
Mit letzter objektiver Konsequenz ist es aber selbst mit dieser Theorie
nicht möglich eine bewusste Schöpfergestalt ganz auszuschliessen, weil
eine solche immer noch durch die Okkupation von sämtlichen Energien im
Omniversum entstehen könnte, um mit diesen das zu machen, was die Natur
ohnehin schon tut: Weltalle erschaffen. Es ist also denkbar, dass sich
Energien so zusammengezogen haben könnten, dass daraus eine bewusste Schöpfergestalt
entstand. Es wäre so in etwa der unbewegte Beweger von Aristoteles. Das würde
aber zur Annahme führen, dass eine solche energetische Personifizierung,
die ja auch noch Bewusstsein erlangen muss, auch mit weniger verdichteten
energetischen Prozessen möglich wäre, als diejenigen, die wir für eine
solche Eigenschaft kennen. Selbst, wenn es so wäre, diese Gottheit würde
trotzdem selbst aus nichts anderem als Energie bestehen, und wäre somit
eine Sekundärerscheinung des Naturgeschehens. Dieses Wesen wäre also
nicht die Ursache, sondern bereits eine Folge der ursprünglichen Prozesse
im Nichtraum.
Die Alternative zu einer natürlich entstandenen Welt ist die
Vorstellung einer bewussten Gottheit, die das alles erschaffen hat. Wäre
aber meine Theorie in sich stimmig, so könnte die Existenz eines Gottes
endlich plausibel widerlegt werden. Die Wissenschaft hätte so, in der
Fortsetzung ihrer bisherigen Thesen, ihre Aufgabe vollendet. In sich ist
die vorliegende Theorie jedenfalls schlüssiger, als diejenige einer Schöpfung
durch einen Gott, weil sie nahtlos begründet werden könnte. Sie lässt
sich mit den unserer Logik zugänglichen physikalischen Daten problemlos
verifizieren. Die Wissenschaftler könnten also in ihr eine unserer Logik
entsprechende Antwort finden. Insbesondere auch deshalb, weil diese These
die Synchronizität von dem beinhaltet, was wir als rational und
irrational bezeichnen, weil beides Zustände von Energie sind und so eine
schlüssige Logik entsteht. Es geht hier nicht um endgültige Beweise,
sondern um das Entwickeln von in höchstem Masse glaubwürdiger
Erkenntnis, welche, durch die Verifizierung und Falsifizierung, erreicht würde.
(Hier weise ich darauf hin, dass es auch keine endgültige Beweisführung
bezüglich einer existierenden Gottheit oder eines solchen Geistes geben
kann.)
Gewisse
Wissenschaftler und die Gottesfrage
Die heutige Physik ist also im Prinzip in der Lage eine
ihren Kriterien entsprechende Theorie vom Ursprung der Natur zu
entwickeln.
Stattdessen versuchen immer mehr Physiker mit einer
theistischen Erklärung den Erkenntnisprozess abzukürzen. Es ist doch einigermassen erstaunlich wie Wissenschaftler,
die sich der Emiprik verpflichtet haben, plötzlich die noch nicht gänzlich
determinierbaren Teile der Natur dadurch erklären wollen, dass da ein
Gott im Spiel sein soll. Also ein bewusster Plan impliziert wird. Das ist
ganz im Geiste der gegenwärtigen katholischen Zielstrebung. Anstatt
weiterhin mit den Kriterien der Wissenschaft weiter zu forschen, gleiten
sie gedanklich in völlig kurzgeschlossene Überlegungen ab.
Komischerweise werden sie dagegen nicht müde, z.B. die Thesen, die über
die Prozesse vor die Entstehung einer Singularität hinausgehen, als
Spekulation abzutun, im Gegensatz dazu aber einen Gott wie selbstverständlich
postulieren. Wo ist da noch forschende Evidenz auszumachen? Nur schon die
Erwägung, dass hier ein Gott im Spiel sein könnte, ist ein voreiliger
irrationaler Fluchtversuch, wahrscheinlich Aufgrund des Unvermögens von
ihnen, räumlich erweiterte Erkenntnis zu
entwickeln. Das ist völlig unverständlich und psychologisch
schwer nachvollziehbar. Wenn schon spekulativ weiter gedacht werden muss,
so ist es logisch nicht mehr nachzuvollziehen, warum diese Forscher nicht
den naturwissenschaftlichen Weg weitergehen, dafür aber die wohl für die
Forschung dümmste Erklärungsvariante wählen. Denn, das verrückte daran
ist, dass sie sich damit jeglicher Möglichkeit zur Erkenntniserweiterung
berauben. Paradoxerweise befinden sie sich dadurch im gleichen Konsens wie
die logische Empirik. Denn auch diese ignoriert spekulative Thesen. Es
scheint offenbar gedanklich bequemer zu sein, sich einen bewussten Schöpfer
der Natur vorzustellen, anstatt Spekulationen anzustellen die, sollten
diese erfolgreich sein, bestimmt eine Erweiterung unseres Wissens bringen
würden. Die Schlussfolgerung eines Gottes als Ursache ist das Ende der
Forschung und bestimmte religiöse Strömungen können getrost ihr mit
Wahrnehmungsignoranz betriebenes Unwesen weitertreiben.
Das
heisst aber nicht, dass jemand, der sich einen Gott denken will, das nicht
darf. Einen Gott als Ursache des Daseins anzunehmen impliziert jedoch
immer, dass eine bewusste Kraft dahinter stecken soll. Daran führen auch
die vielen theologischen Ablenkungsversuche bezüglich der Interpretation
einer Gottheit, die oft bis zur Unkenntlichkeit einer solchen sich
steigern, nicht vorbei. Wenn
jemand die hier vorgebrachte Ursächlichkeit eines Solchen akzeptiert, ist da nichts einzuwenden. Denn so
widerspricht eine solche Deutung nicht gegen die Gesetze der Energie. Die
Frage ist bloss, ob ein solcher Umweg sinnvoll ist und dem menschlichen
Verstande würdig.
Das
Bewusstsein als Ursache
Es
lässt sich sehr wohl begründen, das Bewusstsein als Ursache allen Seins
zu sehen. Diese Sicht schildert damit das, was natürlich offensichtlich
ist, nämlich, dass die bewusste Realität der Natur abhängig ist von der
gemachten Wahrnehmung und derer Interpretation. Das beschreibt aber bloss
den anthroposophischen Aspekt des Sachverhaltes. Zudem erhält das Ganze
einen esoterischen Anstrich, weil dadurch wieder auf einen Geist, damit
letztlich auf Gottheiten geschlossen werden kann.
Geht man aber davon aus, dass die Ursache Energie ist, so hat man vorerst
kein eigentliches Bewusstsein. Erst durch das Erscheinen eines durch die
energetische Evolution sich entwickeltes Wesen wie der Mensch ist in der
Lage, Bewusstsein zu entwickeln und, wie an anderer Stelle beschrieben,
die Ursache seines Seins bewusst zu erkennen. Das kann natürlich zweifach
verwirren. Einerseits ist diese Tatsache eben bei nicht genauem Hinschauen
so, dass man meint alles bestehe nur, weil der Mensch das bewusst
realisiert. Andererseits ist es ziemlich schwierig mit der Frage
umzugehen, hat jetzt die Energie einen Plan oder geschieht alles mehr oder
weniger spontan. Für mich ist es klar, dass die Entwicklung der Natur nie
die Absicht hatte in irgendeiner Weise Bewusstsein zu schaffen. Da aber
die naturgesetzlichen Bedingungen ein Bewusstsein ermöglichten, kann man
reziprok feststellen, dass eben genau das, aus diesen Gründen, in der
Natur möglich ist.
Ist
eine bessere Welt möglich?
Mit einer besseren Welt ist eigentlich immer gemeint,
ob sie leidensfrei und, ob sie frei von Ungerechtigkeiten sein könnte.
Die Antwort darauf ist: Bezogen auf das von Menschen angerichtete Leid und
Ungerechtigkeit, wäre ein klares JA. Bezogen auf die Ereignisse der Natur
ist das unmöglich, weil diese ständig in einem Wandlungsprozess ist und
so durch sie Ereignisse stattfinden, welche oft auf das, in dem Moment
bestehenden Leben vernichtend einwirkt, oder diese natürlichen Wandlungen
zum mindesten gerade nicht passend sind.
Mit den vorhandenen Naturgesetzen und dem, was sie bisher bewirkten, ist
eine bessere Welt ist also grundsätzlich nicht möglich. Aber, nur weil
das nicht möglich ist, bedeutet das noch lange nicht, dass sie durch
bewusste Steuerung diesen Daseinsstand erlangte. Dass also eine Gottheit
dahinter stecken muss. Diese aus den Naturgesetzen entstandene Vielfalt an
Möglichkeiten und derer Zusammenhänge deutet eher auf eine gewachsene
Struktur hin, denn auf eine punktuell entstandene Welt. Denn wozu müssten
vorerst Dinosaurier leben, wenn es ja, nach den Religionen nur um den
Menschen geht, weil ja nur er eine Seele hat und in das Himmelreich kommen
soll? Oder hatte Gott schon bei der Schöpfung die Absicht Autos erfinden
zu lassen, die dann mit den verwesten Urtieren betrieben werden können?
Der jetzige Befund ist, dass der vorliegende Zustand der beste ist, den
die Natur bisher zu entwickeln in der Lage ist, inklusive dem menschlichen
Unsinn.
Ist
das nicht bloss Spekulation?
Hypothesen
sind immer der Antrieb der Wissenschaft. Durch sie werden weitere
Vertiefungen erst möglich, wenn sie diesen Anreiz bewirken.
Eine Schlussfolgerung, dass das ganze Naturgeschehen in
einem Nichtraum sich ereignet, welcher durch Fluktuationen Energien
freisetzt, kann schon vorerst als spekulativ angesehen werden. Diese Theorie liesse sich aber mit den
von uns erreichten wissenschaftlich Erkenntnissen über die Natur
verifizieren. Sie hat jedenfalls die höhere Plausibilität als etwa eine
Theorie, die mit einer bewussten Schöpfung durch einen Gott, der mit dem
Prädikat des schon ewigen Vorhandenseins eines, an eine Persönlichkeit
erinnerndes, bewusstes Wesens begründet werden muss, aber nicht die
gleichwertige Erklärungsmöglichkeiten dazu hat, wie sie meine These enthält.
Die Energie als Ursache allen Seins ist eine These, bei der es sich meiner
Meinung nach lohnen würde, sie wissenschaftlich, insbesondere
mathematisch, zu verfolgen. Natürlich fehlt auch hier die Möglichkeit zu
einer absoluten Beweisbarkeit insbesondere, wenn man an Gödels Unvollständigkeitssatz
denkt.
Praktisch alle Erkenntnisse sind anfänglich
Hypothesen, somit in dieser Phase Spekulation. Selbst das, was wir heute
als selbstverständliches Wissen wahrnehmen, bedurfte einst der Intuition
von Individuen, was leider nur zu gerne verdrängt wird von denen, die
glauben, dass das, was wir heute über die Erschaffung der Natur wissen,
die Folge rationaler Entwicklung sei. Unsere Erkenntnis basiert immer
zuerst auf einer Intuition. Gegen dieses Prinzip können selbst logische
Empiriker nichts machen.
Die Menschheit als Ganzes will nun einmal mehr wissen, als bloss das, was
die Anwendungswissenschaft hervorbringt. Sie will schlicht wissen wo der
Ursprung zum Dasein sich befindet. Und da kann auch eine These etwas dazu
beitragen, die möglicherweise spekulativ ist oder, im günstigeren Falle,
durch Korrekturen ergänzt werden muss.
Historisches
Ich möchte insbesondere daran erinnern, dass die heute
auftretenden Überlegungen zu diesem Thema keine Neuheit sind, sondern
historisch immer wieder gedacht wurden. Das Problem der früheren
Philosophen war aber, dass ihnen die Mittel zur Beweisführung fehlten.
Das ist ja das, was nebenbei auch noch die Frage nach dem Sinn moderner
Forschung beantwortet. Es ist für unser Realitätsverständnis völlig
ungenügend, wenn eine These bloss im Raume steht und nicht durch
irgendwelche Medien bewiesen werden kann. So nützte es z.B. Parmenides
nichts zu behaupten die Welt könne sich nicht bewegen. Man könne also
nirgends hingehen. Auch Buddhas Erkenntnis, dass das, was wir wahrnehmen,
von uns völlig illusionistisch interpretiert wird, ist ohne
experimentelle Beweisführung ein Glaube. Das sieht man ja an den
Antithesen, die nicht minder auf dem Niveau von Vermutungen blieben.
Erst durch die moderne Physik, die ihren Anfang mit Max Plancks Definition
der Wärmestrahlung als Quanten auslöste,
ergab in der Folge die Möglichkeit die historischen Aussagen
experimentell zu prüfen. Das eröffnete in der Folge eine physikalische
Weltsicht, die ein ganzheitlicheres Bild von der Natur und der Rolle des
Menschen darin, als beweisbarer ermöglicht.
Praktische
Folgen dieser These
Religion:
Jede
Religion hat ihre energetische Form, behauptet aber, dass ein bewusstes
Wesen die Ursache der Schöpfung ist. Nach meiner These wäre ein
bewusstes Wesen die Folge von energetischen Interaktionen und nicht die
Ursache von sich selbst. Dadurch ist jede Religion ursächlich auf dem
gleichen Niveau, nämlich als Folge und nicht als Ursache energetischer
Abläufe. Sie wären dann Interpretationen dieser energetischen Tatsache
und bräuchten somit keine Kämpfe um die unumstössliche Wahrheit mehr zu
führen. Der gemeinsame Nenner wäre dann die Energie und die Religionen wären
Formen davon.
Individuelle
Vorstellungen:
Jeder
Mensch hat individuelle Vorstellungen über seine Erlebnisse. Es gibt also
diesbezüglich keine unumstössliche Wahrheit. Die einzige Orientierung,
was Realität ist und was nicht, kann der Einzelne im Vergleich mit
gesellschaftlichen Realitätswahrnehmungen machen. Das braucht ihn aber
nicht daran zu hindern, trotzdem auf seiner eigenen Wahrnehmung zu
bestehen. Mit der Annahme der Energie als Ursache allen Seins, ist seine
Auffassung nichts anderes als eine Form der energetischen Dynamik. Das hat
er gemeinsam mit den anderen Individuen die auch nichts anderes als das
als Orientierung haben. Das hat die Konsequenz, dass niemand mehr den
andern für einen Spinner zu halten braucht, wenn dieser etwas exklusive
Ansichten hat, sondern, er ist eine Form der energetischen Möglichkeiten
mit eigener Energieform.
Hätten alle Individuen diese Einstellung, so könnte das der Achtung des
Anderen sehr zu Hilfe kommen, weil so alle die Energie wirken sehen würden
und die Form als Möglichkeit akzeptierten. Das würde nicht verhindern,
bestimmte Wahrnehmungskriterien als eher realistischer zu bezeichnen.
Jede Aussage wäre so, als integrativer Bestandteil des Omniversums, als
energetisches Ereignis als real zu nehmen.
Das heisst, sie ist für diejenigen, die das so wahrnehmen als real. Wer
das nicht so wahrnimmt hat das vorerst einmal zu respektieren.
Sozial:
Niemand
müsste wegen seiner Ansichten mehr befürchten, dass er mit physischer,
als auch psychischer Vernichtung rechnen muss, weil ja ein verbindender
Teil jeden mit jedem verkoppeln würde, nämlich der Tatsache, dass im
Kern die Energie es ist, die in verschiedener Form sich manifestiert, also
alle aus der gleichen Quelle schöpften und dieser Tatsache nicht
entrinnen könnten. Hedonistische Genüsse müssten nicht mehr mit der
Gier nach immer weiter gesteigerter Erfüllung betrieben werden, weil es
ja keine grössere Steigerung als die der Energie gibt. So würde z.B.
auch die Gier nach noch mehr Geld zur Phrase werden, weil das keine Qualitätssteigerung
mehr darstellen kann, weil
sie irgendwelche Chance als Gewinner mittels Wechsels in eine
existenzielle Hervorgehobenheit, dazustehen illusorisch macht.
Ist
das nicht eine zu emotionslose Welt?
Auf
den ersten Blick kann eine solche Darstellung der Natur sehr emotionslos
wirken. Alles ist nur noch ein Faktor; und erst noch einer aus der Physik.
Einerseits möchte ich hier daran erinnern, dass aufgrund der Entwicklung
der Physik diese Bezeichnung abgelöst werden sollte vom Begriff „Energik“,
weil ja auch die Materie Energie ist. Andererseits beschreibt der Begriff
Energie ja Bewegungszustände, was mit dem zu tun haben kann, was wir an
Gefühlen erleben.
Beobachten wir nun die Natur als ganzes durch diese Definition, so ist
alles, was wir sehen, durch energetische Zusammengezogenheiten entstanden.
Etwas Phänomenaleres ist kaum zu denken. Deshalb wollen wir das ja auch
einem fiktiven Künstler zuschreiben, weil wir uns normalerweise nicht
vorstellen können, dass so etwas von selbst passieren kann.
Aber gerade das Entdecken der Tatsache, dass die Natur sich selbst
erschaffen hat, ist ein Ereignis das nur in höchster Bewunderung und
Freude sich niederschlagen kann, vorausgesetzt, der Beobachter erkennt das
Phänomen der energetischen Prozesse dahinter und will nicht wieder
Materie und irgendetwas Geistiges darin sehen. Ich glaube, dass es viel
ergreifender ist zu sehen, was
Energie in zusammengezogener Form sein kann, als wenn ich für die
Schaffung dieser Vielfalt einen bewussten Schöpfer annehme. Denn gerade
die Vielfalt der Geschöpfe ist doch eher denkbar durch energetische
Interaktionen, als wenn da jemand einen Klumpen Ton nimmt und dann,
offenbar völlig ausgelassen eine solche unsinnige Vielfalt an Kreaturen
erschafft. Denn diese Vielfalt erinnert eher an ein Experimentieren, als
an einen bewussten Schöpfungsakt. Und gerade darin ist ja die
Ergriffenheit zu spüren, weil jedes geschaffene Geschöpf, dank
selbstorganisatorischen Prozessen, für sich eine grossartige
Einzelleistung ist, nicht selten verbunden mit einer Kette, welche das Überleben
aller Geschöpfe ermöglicht. So etwas kann nur Schritt für Schritt
entstehen und nicht aus den Spielereien eines diffusen bewussten Geschöpfes
hervorgehen. Ein solcher Prozess ist nicht Programm einer Bewusstheit
Der Leser oder die Leserin mache doch den Versuch, einmal eine Blume oder
einen Menschen als energetische Konstellation zu sehen und dabei an die
Bewegung denken die es bedurfte, um so etwas entstehen zu lassen. So erhält
er oder sie von selbst Antwort
darauf, wo da Emotionalität auszumachen ist.
Bern,
15. März 2010
Roset
Literaturnachweis:
Ich habe von folgenden Physikern Publikationen gelesen:
Steven Weinberg, Sheldon Glasow, Carlo Rubbia, Leon M.
Lederman, Hans Peter Dürr, Werner Heisenberg, Frank Close, Frank
Grotelüscher, Henning Genz, Harald Fritzsch, Richard Feynman, John
Gribbin, Martin Bojowald, Fritjof Capra, Hugh Everett, John D. Barrow,
Amut Gosawani, John Briggs, Danich Peat van Ekeland, Karl Friedrich von
Weizäcker, Marie Curie, Frederik Soddy, Murray Gell Mann, Anton Zeilinger,
Michael Talbot, Paul Davies, John Gribbin, David Bohm, Fred Alois Wolf,
Ervin Lazlo, Roger Penrose, David Lindley, Julien R. Brown etc.
Die
Lichtgestalten von Gerhard Hug

Der Künstler Gerhard Hug hat für mich ein Werk
geschaffen, das wie kein anderes dasjenige bildlich zeigt, was man unter
energetischer Zusammengezogenheit meint. Seine projizierten Bilder zeigen
in erster Linie, aufgrund des gewählten Mediums, nämlich eines
Projektors von Licht, das, was dabei erwartungsgemäss heraus kommen muss:
gebündeltes Licht. Dieses Licht zeigt uns aber weder eine abgelichtete
Situation, noch irgendein abstraktes Gebilde, das mit Licht etwas
konstruiert, das wir aus den klassischen Künsten schon kennen.
Bis jetzt machte ich die Erfahrung, dass die künstlerischen
Produkte, welche sich der Elektronik bedienen, wie z.B. Videos oder
Projektoren, das fortsetzen, was wir von der klassischen Kunst schon
kennen, mit dem Unterschied, das es sich halt jetzt elektronisch bewegt
oder elektronisch umgesetzt darstellt. Es ist also keine wirklich neue
Information. Alter Wein in neuen Schläuchen eben. Nur dass hier der alte
Wein schon ziemlich geebnet riecht.
Gerhard
Hug bedient sich nun dieser modernen Mittel und macht das, was eigentlich
ein Grundsatz des künstlerischen Schaffens ist, dass zwar die oder das
Mittel, das man zur Umsetzung des Werkes wählt, frei ist, dass dieses
Mittel aber das einzig Mögliche bleiben muss. Insbesondere, dass dieses
Mittel in einem logischen Zusammenhang, als Träger der Aussage,
Bestandteil dieser Aussage selbst ist. Es soll also nicht so sein, dass
der spätere Betrachter zwar etwas vorgesetzt bekommt, das sicherlich
interessant sein kann, aber die Notwendigkeit, dass man das Werk
ausgerechnet mit diesen Medien gemacht hat, nicht erfüllt. Es könnte
durchaus auch mit etwas anderem gemacht werden, ohne die Aussage zu schmälern.
Die elektronisch umgesetzten Werke haben mich bis jetzt zwar sicherlich
berührt auch als hübsch, vielleicht ironisch etc., aber nie sah ich,
dass die Anwendung dieser Technik für die Aussage die einzige Möglichkeit
ist.
Bei
seinen Werken geschieht nun eben gerade diese notwendige Sychronizität.
Seine Arbeiten erfordern das Medium Licht, weil seine Themen nicht anders
darstellbar sind. Lichtfiguren kann man nur mit Licht darstellen. Und das,
was ich zusätzlich darin noch sehe, nämlich, dass diese Bilder optisch
vorführen wie energetische Zusammengezogenheit aussieht, schon gar nicht.
Deshalb hänge ich diese erfreuliche Tatsache an meine Energietheorie,
weil so das sinnlich erfasst werden kann, was ich mitteilen möchte
mehr
zu Hug
Erweiterte
Gedankengänge
Energietheorie
eine andere Wahrnehmung des Universums
Was, wenn nicht ein Gott
Roset
Einleitung
Energietheorie
Der
nachfolgende Aufsatz basiert auf gesicherten, experimentell fundierten
Erkenntnissen der Quantenmechanik und der Relativitätstheorie. Deshalb
ist es mittlerweile müssig, diese wissenschaftlichen Erkenntnisse als
nicht gesichert zu verwerfen, es sei denn, man lehne die Kriterien der
empirischen Wahrnehmung der Natur generell ab. Für beide
wissenschaftlichen Thesen gelten nämlich die gleichen Kriterien wie für
alle in der klassischen Physik gemachten Experimente: Sie werden Aufgrund
von Einwänden falsifiziert und verifiziert. Wer also die Resultate der
modernen Physik als nicht relevant bezeichnet, begibt sich in die Nähe
dogmatischer Weltsichten. Dass natürlich immer ein Rest von nicht
Beweisbarem übrig bleibt betrifft sämtliche Sparten der Erkenntnis.
Aus diesen fundierten Erkenntnissen versuche ich nun, grösstmöglich der
Logik folgend, hypothetische Schlüsse auf den Ursprung des Daseins zu
schliessen. Also nichts weniger, als die Suche nach der Wahrheit über die
Herkunft unsere Existenz. Auch bekannt als „TOE“, also „Theorie Of
Everythings“. (Damit ist aber nicht die Theorie gemeint, die die
elektromagnetischen Kräfte mit der Gravitation verbinden will.) Das
klingt natürlich überheblich. Gemeint ist, damit kundzutun, dass ich
lediglich das, was historisch der eigentliche Sinn der Forschung ist,
weiter betreibe, im Wissen des möglichen Scheiterns einer solchen
Absicht. Dabei spielt die Frage, ob ein bewusstes Schöpferwesen Ursache
ist, mit zur Klärung der Wahrheit.
Wir müssen aber nicht wegen der heute aufkommenden Zweifel, ob das Finden
der Wahrheit überhaupt möglich ist, uns in Effizienz, d.h. in Kriterien
der Brauchbarkeit als einzigen Massstab für Forschung, verrennen. Auch
steht uns vorläufig zur Wahrnehmung der Natur keine andere Logik zur Verfügung,
als diejenige, die wir in der Lage sind anzuwenden. Wenn wir uns also auf
ein Realitätsverständnis einigen wollen, bleibt uns nur das, was
Menschen in der Lage sind, als logisch zu definieren. Ich baue meine Überlegung
so gut wie möglich mit der westlichen Logik auf, also der empirischen
Interpretation der Naturerkenntnisse. Andere Definitionen der Natur
definiere ich zwar als mögliche Deutungen, sie sind aber Folgedeutungen
von der hier vorgeschlagenen Theorie. Das tönt zugegebenermassen nach
dogmatischer Interpretation eines Glaubens, ist aber möglicherweise
fundierter als dieser. Das muss der Leser letztlich am Ende selber
entscheiden.
Was
zeichnet eine „Theorie von Allem“ aus?
Will eine Aussage alles abdecken, was die Verhältnisse im Omniversum
ausmachen, so muss sie insbesondere die Bedingung erfüllen, dass nichts
mehr über sie hinaus gedacht werden kann, also vorstellbar ist, oder gar
noch gemessen werden kann; also noch als möglich erscheint.
Bezogen auf meine Theorie des Nichtraums hiesse das, dass, wenn jemand den
Versuch unternimmt noch etwas
dieser Vorgängiges implizieren zu wollen, dabei der Nichtraum zwar für
die Dimension dieser Hypothese sich aufhebt, er jedoch dadurch nur um die
Qualität des Gedankens verschoben wird. Denn hinter dem Gedachten ist
wieder der Nichtraum. Damit bleibt alles bestehen wie es anfänglich ist,
weil der Nichtraum durch den Gedanken zwar verschoben wird, nicht aber als
ursächlicher Zustand aufgehoben werden kann.
Es ist dem Einzelnen überlassen, was er von dieser Darstellung der Natur
hält. Es ist sogar so, dass er z.B. weiterhin eine Seele annehmen kann,
er kann einen Geist in das Wirken der Natur hineininterpretieren, ja, er
kann eine Gottheit als Schöpfer annehmen. Was aber nicht gelingt ist, die
genannten Annahmen als Ursache unseres Daseins zu sehen, oder gar als
Allmacht. Denn diese selbst sind, vorweggenommen, aus dem Medium, das ich
nachfolgend beschreibe: aus Energie.
Mein Anliegen ist es, ein Mittels der Empirik herausgearbeitetes Bild
vorzuschlagen, nämlich, dass die Natur Aufgrund der in ihr wirkenden Kräfte
- also Energie in unzähligen Formen - sich selbst zu dem ordnen kann, was
wir als Natur und derer Gesetze wahrnehmen können, also dazu kein Schöpfer
vorzeitlich nötig ist.
Was
ermöglicht heute eine Erweiterung der Erkenntnis?
Erkenntnis
basiert auf von bewussten Wesen gemachten Beobachtungen. Dabei kann die
Methodik verschieden sein, mit verschiedenen Qualitäten der
Schlussfolgerungen daraus. Es können individuelle Interpretationen
gemacht werden, aber auch solche, die zwar kollektiv sind, jedoch nur auf
individuell gleicher Erfahrung beruhen, ohne physikalische Experimente.
Als am glaubwürdigsten gelten jedoch diejenigen Wahrnehmungen, welche in
der Lage sind, Interpretationen Aufgrund von wiederholbaren Prozessen,
also dem Experiment, zu ermöglichen. Diese sind objektiverweise abhängig
davon, ob die gewählten Attraktoren des Experimentes als genügend
Aussagekräftig betrachtet werden oder nicht. Immerhin kann davon
ausgegangen werden, dass die wissenschaftlichen Aussagen für einen grösseren
Teil der Gesellschaft als relevant angesehen wird, also als Mittel zur
Interpretation der Realität dient. Das ermöglicht einerseits den Dialog
über das, was als Realität angesehen werden kann und andererseits ist es
ein probates Mittel der Politik aus diesen Erkenntnissen Entscheide zu
treffen, die mindestens für jedermann auf der Basis von einsichtbaren
Realitätswahrnehmungen beruhen und so
mehr oder weniger individuelle Glaubenssätze an der Machtausübung
verhindern. Wird dieses System der empirischen Orientierung von einem
Staat verlassen, können Gruppen mit ihren subjektiven Interpretationen,
welche jeglicher Prüfungsmöglichkeit entbehren, ganze Völkerschaften
tyrannisieren. Deshalb ist die sogenannt westliche Wissenschaft vorläufig
die einzige, die eine für alle nachprüfbare Ebene der Realität anbieten
kann und so einen relativ einleuchtenden Entscheidungsmassstab liefern
kann.
Die heutige Erweiterung der Erkenntnis beruht auf den Schlüssen, die von
der Quantenphysik und der Relativitätstheorie hergeleitet werden können.
Sie besagen im Wesentlichen, dass es keine Dualität zwischen Energie und
Materie gibt, sondern beides dasselbe in verschiedenen Zuständen, Materie
also eine Art gefrorene Energie ist. Als Ursache allen Seins ist also die
Energie zu bezeichnen. Diese Erkenntnis wird schon beinahe ein Jahrhundert
lang als strenge statistische, wie experimentell verifizierte Wissenschaft
betrieben. Die philosophischen Konsequenzen daraus scheuen empirische
Wissenschaftler, die ihr Image nicht gefährden wollen, wie der Teufel das
Weihwasser. Nur einige Nobelpreisträger wagten philosophische Schlüsse
zu äussern, weil sie Kraft
ihrer Autorität keinen
Imageverlust mehr befürchten mussten.
Fritjof Capra wagte als erster mit seinem Buch „Das Tao der Physik“
eine Vertiefung der Zusammenhänge der Erkenntnisse der Quantenphysik und
den Aussagen Buddhas. Im wesentlichen ist es nichts harmloseres als die
Feststellung, dass unsere Wahrnehmung der Welt weitestgehend illusorisch
ist, d.h. dass sie ursächlich nicht derart konstant, wie wir sie
wahrnehmen.
Ein weiterer Physiker, der sich schon früh um die Konsequenzen der
Quantenphysik Gedanken machte, ist Hans Peter Dürr. Er führte den
Begriff der Möglichkeitswellen ein, der weit über die unmittelbare
Mikrowelt hinaus anwendbar ist, wie weiter unten beschrieben wird. Er
macht auch darauf aufmerksam, dass der heutige Wissenschaftsbetrieb, mit
der auf Anwendbarkeit gerichteten Praxis, die Gesamtzusammenhänge zu
verlieren droht.
So begnügen sich die Quantenphysiker mit mathematischen Statistiken und
der Hoffnung auf neue Ereignisse im CERN und anderswo. Der Ursprung
unseres Weltalls wird auf die Singularität als Vorbedingung zum Urknall
definiert und weil von da an keine mathematischen Berechnungen mehr
gemacht werden können, erklären sie die Vorgeschichte zur Singularität
als nicht weiter relevant. Auch die Stringstheorie beschränkt sich streng
auf das von uns wahrnehmbare Weltall, also dem Zustand, den wir
feststellen können.
Anders dachten die Physiker Hugh Everett und Andrej Linde und andere über
die Frage, was vor der Singularität sein könnte. Denn die Singularität
wird ja als unendliche, zu einem Punkt verdichtete, Energie beschrieben.
Folglich muss diese Energie sich ja von irgendwoher verdichtet haben. Das
führt zur sogenannten Viele Welten Theorie, welche besagt, dass in einem
eigentlichen Omniversum unzählige Weltalle, wie wir sie kennen existieren
müssen.
Was ich aber bis jetzt darüber geschildert sah, hat wiederum mit einer
kompakten Energiekonzentration zu tun, in derer Geografie unzählige
Weltalle entstehen können. Es handelt sich wiederum meistens um die
Schilderung eines lokalen Ereignisses, anstatt um eine Darstellung, welche
das ganze Omniversum betrifft. Als Omniversum bezeichne ich den Zustand,
welcher als alles umfassender Raum, Weltalle wie wir sie kennen
beinhaltet.
Erst neuerdings nehmen Physiker das Thema, welches sich der Fragen vor dem
Urknall, respektive dem der Singularität vorangehenden annimmt, auf.
Leider kommt nun aber wieder die Unsitte auf, dass einige Wissenschaftler
erneut einen Gott mit einbeziehen wollen, was sofort deutlich macht, wie
heikel dieses Feld ist, welches zugegebenermassen ohnehin letztendlich in
Spekulationen endet.
Zugegeben, im nachfolgenden Text bewege ich mich auch im Bereich der
Beliebigkeiten und kann nur hoffen, dass durch meine Einhaltung einer, an
der Empirik sich orientierenden Logik, die Überlegungen einleuchten und
damit zur Weiterforschung am Produkt dieser Gedanken führen. Auf diesem
Niveau ist wahrscheinlich nur noch eine höchst glaubwürdige
Beweisbarkeit möglich. Das heisst: nur dadurch, dass es einer Mehrheit
von Individuen einleuchtet, erreicht es einen Realitätsgehalt. Zudem bin
ich Künstler und nur Aufgrund von, für meine Themen in meiner Malerei
wichtigen philosophischen Fragen, die die Quantenphysik erzwingt,
gestossen. Der einzige Massstab für die Zuverlässigkeit meiner Aussagen
sind gelegentliche Überprüfungen von diesen durch Fachkräfte.
Auch möchte ich zu meiner Legitimation eines solchen Unterfangens noch
eine weitere Feststellung von H.P. Dürr zitieren: „Es ist also natürlich,
dass eine solche kontrorverse Diskussion von einem Aussenseiter in Gang
gesetzt werden muss, und dies sollte, wenn der Stil angemessen ist, nicht
nur von der Öffentlichkeit, sondern auch von „Insidern“ begrüsst
werden.“ Das sagt er zwar zur Kernenergiedebatte, in seiner Substanz
gilt das aber für alle, der Wissenschaft vorauseilenden spekulativen Überlegungen,
die sich an die wissenschaftlichen Kriterien halten, mit dem Ziel
deterministisch geprüft zu werden.
Subjektive
Zusammenfassung über die Viele Welten Theorie
Einige
Physiker zitieren und kommentieren die Viele
Welten Theorie welche sie für sehr relevant halten. Einige
schildern ein Omniversum, andere sind vorsichtiger und begnügen sich mit
der vertieften Interpretierung der Singularität. In allen Fällen ist
jedoch das Wagnis zur Spekulation im Rahmen der bereits gesicherten Fakten
sichtbar.
Denn nur dadurch, dass die Ängstlichkeit vor der Spekulation abgelegt
wird, werden wir weiter Physik betreiben können, weil die wesentlichen
physikalischen Fakten, insbesondere beim Nachweis des Higgsfeldes, ein
nahtlos scheinendes Bild zur Entstehung dessen, was wir als Welt
wahrnehmen, schildern und so ein weiteres Mal nach dem möglichen Ende
physikalischer Berechnungen gerufen werden kann.
Was aber bis jetzt nur zögerlich angegangen wird ist die Frage, was vor
dem Urknall war, respektive was in dem, die Singularität ermöglichenden
Omniversum vor sich geht. Immerhin gibt es Physiker, die die Singularität
genauer untersuchen, da es ja selbst Kapazitäten wie Stephan Hawkins und
Roger Penrose nicht wohl dabei ist, dass mit der Singularität die
Mathematik aufhört als Mittel zur Erkenntnis zu taugen.
Eng verknüpft mit der Naturwissenschaft ist immer die Gottesfrage, d.h.
ob es eine bewusste Kraft gibt, die alles bewirkt hat, oder die Natur in
sich selbst in der Lage ist, solche Prozesse, die wir beobachten, zu
bewirken. Deshalb muss hier noch speziell auf sie eingegangen werden. Es
ist also ausser Frage, dass die Gottesfrage eng mit den
Naturwissenschaften verbunden ist. Wenn nämlich nicht schon die
Wissenschaft selbst dieses Thema aufwirft, so stellen Aussenstehende diese
Frage an sie. Es ist daher notwendig im Zusammenhang mit der vorliegenden
Energietheorie auch diesen Aspekt zu beleuchten. Wissenschaftler die das
durch ausklammern ignorieren, verzichten auf die Frage nach den
Konsequenzen ihrer Arbeit. Dabei ist aber zu bedenken, dass wir durch den
Verzicht auf die philosophischen Fragen, die die Wissenschaft aufwirft,
dem eigentlichen Drang zur Suche nach der Wahrheit aufgeben und so im
Prinzip die Zufriedenheit eines Höhlenbewohners einnehmen der Stolz
darauf ist, dass er mit Waffen und Feuer einen Vorteil gegenüber der übrigen
Natur hat und den Rest seiner Wahrnehmung den Geistern andichtet. Da ist
auch die Haltung einiger logischen Empirikern anzusiedeln, weil auch diese
sich mit dem Erreichten begnügen wollen. Genau gesehen lassen sie die
Denkarbeit zur erweiterten Erkenntnis andern und übernehmen dann die
brauchbaren Resultate, als hätten sie nie etwas anderes gedacht und
stecken den Rahmen des Wissens um diese Dimension wieder ab. Diese
Lebenseinstellung soll niemandem genommen werden, sie ist aber auf das höchste
fortschrittfeindlich, weil Erkenntnisfortschritt nur durch dazu gemachte
Spekulationen erzielt werden kann. Politisch gehört da auch die
Gottesfrage dazu. Denn will die Gesellschaft unabhängig von irgendwelchen
dominierenden Meinungen werden, so muss sie in erster Linie die Frage nach
dem Ursprung des Daseins auf einen für einen grossen Teil der
Gesellschaft geltenden hohen Glaubwürdigkeitsstand bringen. Im Moment ist
festzustellen, dass religiöse Fragen die Politiker derart nervös machen,
dass sie sich, selbst wenn sie sogenannt atheistisch denken, sich lieber
nicht ohne Not dazu äussern. Das bedeutet, dass die Macht der Gottesgläubigen
im Staate immer noch gross ist, weil wahrscheinlich die Mehrheit der
Menschen eine Erkenntnisunsicherheit zu dieser Frage hat. Und dem etwas
entgegenzusetzen ist nur das Mittel der hohen Glaubwürdigkeit der
Naturwissenschaft in der Lage, sofern sie sich an der Frage nach dem
Ursprung des Daseins als mindestens auf der philosophischen Ebene
relevantes Thema beteiligt. So hätte sie die Möglichkeit, alle diesbezüglichen
Fragen mit allgemein nachvollziehbareren Beweisen glaubwürdiger, als
religiöse Wahrnehmungen, in die Diskussion zu werfen, was viele Zweifler
dahingehend beruhigen könnte, dass es eben eine religionslose Lösung des
Daseinsrätsels gibt. Das geschieht nicht, wenn sich die Wissenschaftler
aus empirischen Gründen aus diesem Dialog ausklammern. So bleibt die
Naturwissenschaft das, als das sie mehrheitlich wahrgenommen wird, nämlich
eine Wissenschaft die als materielles Gebrauchsmedium ihren Sinn hat,
nicht aber als das, mit was sie eigentlich historisch begonnen hat, nämlich
der Suche nach dem Ursprung der Welt.
Was
erlaubt einem Nichtphysiker dieses Thema zu reflektieren?
Im
ersten Moment ist es tatsächlich problematisch von einem Aussenstehenden
Vorschläge zu bekommen. Es ist jedoch zur Genüge
belegt, dass die philosophisch veranlagten Physiker längst nicht
mehr nur Fachleute als fähig betrachten, insbesondere die philosophischen
Konsequenzen der Quantenphysik, zu reflektieren.
Da ist z.B. zum ganzen
Themenbereich ein Zitat aus Werner Heisenbergs „Ordnung der
Wirklichkeit“:
„
Am wichtigsten sind die Gebiete der reinen Wissenschaft, in denen von
praktischer Anwendung nicht mehr die Rede ist, in denen vielmehr das reine
Denken den verborgenen Harmonien in der Welt nachspürt. Dieser innerste
Bereich, in dem Wissenschaft und Kunst kaum mehr unterschieden werden können,
ist vielleicht für die heutige Menschheit die einzige Stelle, an der ihr
die Wahrheit ganz rein und nicht mehr verhüllt durch menschliche
Ideologie und Wünsche gegenübertritt.“
Er stellt also fest, dass sich auf einer bestimmten Erkenntnisebene die
Wissenschaft und die Kunst ähnlicher anliegen annehmen. (Nebenbei ist es
für mich eine Bestätigung insofern, weil ich davon seit ca. zwanzig
Jahren überzeugt bin.)
Um Hans Peter Dürr ein weiteres mal zu zitieren hier folgender Abschnitt:
“Um die Probleme der Zukunft lösen zu können, brauchen wir mehr
Risikofreudigkeit, mehr Einfallsreichtum und einen höheren Einsatz.“
Das bedeutet, dass nur durch das bewusstere Eingehen auf Spekulationen die
Physik noch eine Chance hat, an Bewusstseinsentwicklungen teilzuhaben.
Denn, wie bekannt, dürfte die Entdeckung respektive Bestätigung des
Higgsfeldes die letzte uns in diesem Weltall mögliche Neuigkeit sein.
Warum? Weil es die Bestätigung sein wird, dass alles durch energetische
Prozesse entsteht, folglich dabei auch der Begriff „Physik“ in der
Folge hinfällig wird. Ab diesem Moment lässt sich Neues nur noch in
energetischen Prozessen finden.
Als letztes sei noch aufgeführt, dass, wenn der Leser nicht die
akademische Kompetenz des Autors als Kriterium seiner Glaubwürdigkeit in
den Vordergrund stellt, sondern seine der Logik verpflichteten
Argumentation, die sich an den wissenschaftlichen Fakten orientiert,
anerkennt, so kann er mit den Mitteln der wissenschaftlichen Kriterien
Falsches von Richtigem unterscheiden.
Was zur Prüfung der Richtigkeit der verwendeten Fakten unerlässlich
scheint, ist die eigene Vertiefung des Lesers in das Thema.
Die Energietheorie
Insbesondere
wegen den neuen physikalischen Erkenntnissen, kann die metaphysische Frage
nach dem Ursprung des Daseins neu diskutiert werden. Mit Metaphysik meine
ich nicht die übliche Definition als das Unfassbare, sondern das
allgemein noch nicht Erkannte.
Denn
wir wissen nicht, wie weit entfernt wir von der Wahrheit liegen.
Eine weitere Begründung liegt in der Erkenntnis, dass die
Wissenschaft immer noch Teil des philosophischen Prozesses in der Frage
nach dem Ursprung des Daseins ist und nicht bloss Datenlieferantin für
Bedarfsartikel. Sie muss also einleuchtendere Argumente bzw. Beweise zu
diesem Thema liefern, als das Religionen tun können. Nur so kann sie
kulturell eine vollwertige Rolle spielen. Bis jetzt tendiert die
Wahrnehmung von ihr eher dazu, sie, im Sinne des emotionellen Lebens, als
ausserhalb der Kultur stehend zu sehen und deshalb für allgemeine
Lebensfragen nicht zuständig. Ich beschreibe auch die Konsequenzen für
Philosophie und Religion.
Die Hypothese
Das
Omniversum ist Nichtraum. Als solcher ist es keine Ursache, sondern ein
Zustand, welcher Bewegung und Ruhe zugleich ist.
Dieser Zustand bewirkt Fluktuationen,
die sich zu Feldern formieren, welche sich - aufgrund ihrer Eigenschaften
- zusammenziehen können, aber auch ausdehnen, gleich den Vorgängen des
im Weltall beobachteten Vakuums.
Das bedeutet, dass alles, was wir realisieren, die Folge dieser Energie
ist, inklusive unserer Emotionen.
Also ist alles Energie, und diese kommt durch Fluktuationen aus dem
Nichtraum.
Es gibt keine Trennung in Geist und Materie.
Die
Vertreter der Urknalltheorie postulieren das Nichts vor der Singularität.
In
meiner These existiert ein Omniversum, in erster Konsequenz als Nichtraum.
Wo dieser Nichtraum durch Fluktuationen in Bewegung gerät, entstehen Raum
und Zeit. Diese Energien ermöglichen Felder und daraus sich entwickelnde
Verdichtungen, die letztlich auch zu energetischen Singularitäten führen
können, welche Weltalle bewirken, so wie wir eines wahrnehmen.
Die
Notwendigkeit dieser Energietheorie
Das Überhandnehmen spekulativer Extrapolationen über
den derzeitigen Wissensstand hinaus zeigt, dass entweder neue
Beobachtungen schwer zu machen sind (z.B. bei der Erforschung der Anfänge
des Universums ) oder der betreffende Wissenschaftszweig auf seinem Gebiet
so erfolgreich geforscht hat, dass nur noch wenige zugängliche
Informationen übrigbleiben (so
z.B. in der experimentellen Teilchenphysik) John D. Barrow „Die
Entdeckung des Unmöglichen“.
Diese Feststellung von John D. Barrow ist mittlerweile
eine in intellektuellen Kreisen weit verbreitete Meinung. Diese bewirkt,
dass es zu einer allgemeinen Resignation bezüglich der Forschung, im
Speziellen über die Frage der Herkunft der Natur und deren Gesetze,
gekommen ist. Zweifellos wird es schwierig, in Zukunft evidente Forschung
zu betreiben, wenn man heute feststellen kann, dass sich die ganze
sichtbare Herrlichkeit, nämlich die Materie, in Energie auflöst. Es
sieht so aus, als könne man nach dem Nachweis des Higgsfeldes keine
experimentell zu determinierende Forschung mehr betreiben. Das Higgsfeld
ist, sehr kurz gesagt, die Potenz, durch die masselose Teilchen mit
weiterer Energie gespeist werden und so zu dem werden, was wir als Materie wahrnehmen. Es ist im ganzen Weltall vorhanden.
Das wäre wieder einmal eine Situation, wo das Ende der Physik ausgerufen
werden könnte. Die Frage bleibt: Ist es wirklich das Ende der
physikalischen Forschung? Ja, wenn wir jetzt eine nahtlose Weiterführung
des Forschens mit den Mitteln des Experimentes erwarten, nein, wenn wir
akzeptieren, dass wir möglicherweise an einem Punkt angekommen sind, der
neue Methoden des Verifizierens verlangt.
Es sieht so aus, als müssten wir den Begriff Physik aufgeben und
stattdessen den Begriff Energetik, auch für physikalische Vorgänge,
einsetzen.
Bis wir neue Methoden zur Verifizierung gefunden haben, bleibt uns nichts
anderes übrig, als mehr oder weniger methodisch, ganz sicher aber
intuitiv, im Trüben zu fischen. Ist das jedoch ein Grund, nichts mehr über
die Herkunft des Daseins ergründen zu wollen, bloss weil es nicht mehr
nach gewohnter Methodik gemacht werden kann? Viele, insbesondere der
logischen Empirik verschriebene Intellektuelle, sind dieser Meinung. Es
ist aber zu bedenken, dass diese - einst positivistisch genannte -
Wahrnehmungsart eher ein Negativismus (Barrow) ist, weil sie alles, was
heute nicht in irgendeiner Weise sichtbar ist, als für die Realitätserfassung
nicht relevant betrachtet. Würde diese Meinung nicht von weiterdenkenden
Individuen ignoriert, so würden wir weder das Weltall in seinen heute
bekannten Dimensionen noch die Atomphysik mit ihrer Konsequenz bis zur
Teilchenphysik kennen. Der erste eigentliche Positivist war nämlich bezüglich
der Physik Auguste Comte, und der fand, dass es keinen Sinn macht, nach
Atomen zu suchen respektive über unser Sonnensystem hinaus zu forschen.
Solche Überlegungen ermutigen mich, als Künstler, der sich intensiv mit
der Philosophie der Quantenmechanik eigentlich besser Quantenenergetik
beschäftigt, die Frage nach dem, was die Teilchen der Mikroebene
verursacht hat, zu stellen. Ich betone ausdrücklich den Aspekt der
Philosophie, andernorts wird sie auch als Quantenphilosophie bezeichnet,
weil ich der Meinung bin, dass für ein Resumée darüber nicht die ganzen
Kenntnisse dieser Disziplin nötig sind, um Schlüsse zu ziehen, sondern
nur die Kenntnis der offensichtlichsten neuen Aspekte von ihr gegenüber
der so genannten klassischen Physik. Um aber die Richtigkeit der hier
gemachten Aussagen zu prüfen, ist eine tiefere Beschäftigung mit diesem
Thema zweifellos nötig.
Im Bewusstsein, dass das den Vorwurf der Beliebigkeit impliziert, versuche
ich hier etwas, das gerade die oben erwähnten Fragen beantworten könnte.
Denn wenn wir jetzt einfach unsere bis zur Nichtverifizierbarkeit
reichenden Forschungsergebnisse so belassen, wie sie zurzeit aussehen,
haben wir schlichtweg ein Ziel noch nicht erreicht. Wir hätten damit die
Frage nach dem Ursprung des Daseins aufgegeben in der Meinung, sie sei
nicht zu lösen. Es könnte aber sein, dass sie bloss vorläufig nicht zu
lösen ist. Denn wenn wir auf
dem Weg des empirischen Forschens so sorgfältig wie möglich
weiterdenken, könnte sich ein anderer Weg auftun. Denn die Wissenschaft
erfährt in solchen Situationen immer wieder Durchbrüche, indem sie die
Methodik ändert, wie z.B. Galilei, als er das Experiment dem blossen
denkenden Beobachten anfügte, oder die Quantenphysiker, die das
klassische dualistische System aufgeben mussten.
Es könnte da irgendwo etwas verborgen sein, das wiederum durch Nachdenken
auf das Niveau einer prüfbaren Tatsache gebracht werden kann. Ich fordere
alle, die in meinen Argumenten eine Richtigkeit sehen auf, in diese
Beliebigkeit hineinzutauchen, um dort, so empirisch wie möglich, nach
nicht Gedachtem oder gar unmöglich Geglaubtem zu suchen. Meine Intuition
sagt mir nämlich, dass das Rätsel unseres Ursprungs erst gelöst ist,
wenn sich in einer Theorie nichts mehr ausserhalb von ihr befinden kann,
insbesondere in einer allfälligen Theorie des Ganzen, der sogenannten TOE,
mit der Eingrenzung, dass es sich nicht um diejenige handelt, welche die
elektromagnetischen Kräfte mit denjenigen der Gravitation verbinden will.
Und nichts Geringeres versuche ich hier zu beschreiben.
Auch der Einwand, das sei alles Spekulation, greift ins Leere, da
bekanntlich jeder Bewusstseinsprozess vorerst einmal als Spekulation
beginnt.
Bewusst verzichte ich auf den Einbezug der Stringstheorie, da diese
letztlich auch Folge von Energien ist. Auch die Teleportation ist eine
Erscheinungsform der Energie. Auch die Naturkonstanten unterliegen
energetischen Bedingungen und sind deshalb selbst Teil der energetischen
Prozesse.
Hier mein Vorschlag:
Unser
Weltall ist nicht das Omniversum.
Nach dem Standardmodell besteht unser Weltall aus 75%
dunkler Energie, 21% dunkler Materie und nur 4% aus für uns wahrnehmbarer
Materie. Es ist laut Urknalltheorie endlich, erhärtet durch die
Hintergrundstrahlung. Dieses unser Weltall ist die Folge von vorangehenden
Prozessen in einem wirklich alles enthaltenden Zustand, den wir als
Omniversum bezeichnen können, weil es nicht ein einziges Ereignis ist,
sondern alles in sich bedingt.
Es ist Zustand als Nichtraum. In diesem Omniversum wirken die Prinzipien
der Ausdehnung und des Zusammenziehens, der Selbstorganisation und alle
die Prozesse, die zur Entstehung von Verdichtungen verantwortlich sind,
hervorgerufen durch Fluktuationen im Nichtraum. Diese Prozesse erzeugen
auch Wärme respektive gehen in Kälte über. Einzig diese als Energie zu
bezeichnenden Prozesse, bewirken letztlich das, was zu einer Singularität
führen kann, die, über das Entstehen eines Weltalls, unser Dasein ermöglicht.
(Das deckt sich u.a. auch mit A.
Linde und Everett, die eine Viele-Welten-Theorie postulieren.)
Physikalisch
gesehen schlage ich vor, dass die kinetische Energie eine autonome Grösse
ist und nicht mehr nur die Differenz von der potenziellen Energie bei
festen Körpern beschreibt, wie in der klassischen Physik.
Auch zögere ich Bewegung und Ruhe zugleich mit den kinetischen und
potenziellen Energien gleichzusetzen, weil diese interaktiv gedacht sind
und meine Definition beide Potenziale zugleich hat.
In der Folge entstehen auf diese Weise die für uns
entscheidenden Möglichkeitswellen, ein Begriff des Physikers H.P. Dürr,
die gelegentlich in sich zusammenbrechen und damit Realität erzeugen, was
in physikalischer Form Verdichtungen, also Materie bewirkt, aber nicht
weniger auch die psychischen Interaktionen, da diese ja bekanntlich genau
gleich energetischen Ursprungs sind.
Es gibt nichts mehr vor dem Omniversum. Denn weniger als Nichtraum ist
logisch nicht mehr zu begründen. Es ist nicht ewig, sondern es ist ein
Zustand. Es entsteht Raum dort, wo sich Fluktuationen ereignen, und ist
Nichtraum, wo keine solchen Bewegungen stattfinden. Nichts kann irgendwo
hingehen. Es ist immer sich selbst. Selbst wir sind das Omniversum, weil
die Energien auch uns bewirken. Alles geschieht in sich selbst und kann
nicht verlassen werden, ganz nach Thaddäus Golas, einem buddhistischer Mönch,
der sagte: „Wir müssen nirgendwo hingehen.“ Ich erwähne das, weil wir
wirklich nirgendwo hingehen können, denn wir sind das Omniversum in
zusammengezogenem Zustand.
Das letzte physikalisch noch messbare Feld mit Bezug auf die Materie ist
das noch nachzuweisende Higgsfeld. Mit dem Nachweis des Higgsfeldes sind
wir am Ende des empirisch-physikalischen Forschens angelangt. Aber, wenn
es ein Higgsfeld gibt, so kann es noch andere energetische Zustände
geben. Letztlich gibt es ja Berechnungen im Bereiche der Stringstheorie,
die mehrere Higgsfelder postulieren.
Soweit ich informiert bin, würde die Messvorrichtung, die die nächsten
Energien messen könnte, einen Beschleuniger zur Wega und zurück benötigen,
um die weiteren Energien aufzuspüren. Das bedeutet: Wenn da nicht noch
ein erkenntnistechnischer Trick auftaucht, wären bloss noch mathematische
Berechnungen möglich. Dass irgendein Energiefeld existieren muss, welches
die Ladungen speist, ist einleuchtend.
Mit den Higgsfeldern verlassen wir zwar das durch Messbarkeit sichtbare
physikalische Geschehen. Das spielt sich aber noch immer in unserem
Weltall ab. Das einzige, was für meine Theorie spricht, ist die Tatsache,
dass wir schon hier – experimentell nachweisbar – in den Bereich eines
physikalischen Zustandes kommen, den man als energetisch bezeichnen kann.
Das bedeutet, dass sich die uns manifestierende Welt aus energetischen
Zuständen entwickelt hat. Diese hat die ersten für uns nachvollziehbaren
Strukturen durch Abkühlung des Weltalls, welches zur für uns sichtbaren
Materie abkühlte, erhalten. Das geschieht durch Ausdehnen und
Zusammenziehen bestimmter Zustände der Energie. Diese Formen der Struktur
sind für uns in der Theorie des Urknalls gut begründet eingebettet. Das
Problem ist nun aber, dass die Physik die Gesetze, welche unser Weltall
bedingen, nur bis an die Singularität heran verwenden kann. Sie sind
jedoch in dieser nicht mehr anwendbar. In diesem Umfeld siedeln die
Physiker das Nichts an.
Da andererseits aber das Weltall durch die Feststellung einer
Hintergrundstrahlung ein Ausserhalb von ihm assoziiert, gibt es mindestens
darin einen Ansatzpunkt zur Annahme eines Omniversums.
Das gibt den Anlass, daraus zu schliessen, dass, bevor
im Omniversum eine Singularität entsteht, nur Energien wirken, d.h. in
Bewegung geratene Zustände. Da muss ich noch einmal an die Definition,
die ich oben machte, erinnern, dass ich mit Omniversum diejenigen
Dimensionen meine, in denen ein solches Weltall sich befindetund nicht das
Weltall selbst.
Das Omniversum ist nicht mehr zu verlassen. In diesem Omniversum können
sich aber, wie schon Physiker wie Hugh Everett , Andrej Linde und andere
vorschlagen, weitere Weltalle befinden respektive entwickeln.
Schon
alleine diese viele Weltentheorie bedingt einen Zustand wo solche
Fluktuationen sich ereignen können. Davon ist der Nichtraum der
Logischste.
Das ist natürlich eine Schwierigkeit für logische
Empiriker, die ja nur sinnlich Wahrnehmbares für real halten. Doch selbst
Einstein und Hawkins bekennen Mühe mit einer Formel, die die uns
bekannten physikalischen Gesetze ausser Kraft setzt, wenn sie sich der
Singularität nähern. Bei meinem Vorschlag, ob naiv oder nicht, wären
die uns bekannten Naturgesetze sogar auf das von mir gemeinte Omniversum
anwendbar, schliesst aber keine uns nicht bekannte Gesetze aus. Immerhin
sind die Berechnungen von Asthekar und Bojowald, beides Physiker, nach
denen ein Voruniversum existiere respektive existiert, auf der Mathematik
der Relativitätstheorie und jener der Quantenphysik aufgebaut. Was sie,
im Gegensatz zu mir, nicht machen, ist ein raumzeitliches Gebilde
annehmen, das ich mit dem Omniversum wie beschrieben meine. Wenn der
Physiker Lesch glaubt, das sei zu spekulativ, ja unmöglich, weil wir in
unserem Weltall leben und somit wahrscheinlich keine Möglichkeit
besitzen, darüber hinaus Kausalität zu erkennen, bricht er einfach die
kreative Kette der menschlichen Denkfähigkeit ab. Was wir nämlich bis
heute erkennen können, war ebenfalls ausserhalb des historischen
Vorstellungsvermögens. Es erinnert mich ein wenig an die These von
Auguste Compte, dass es keinen Sinn macht, die Atome zu erforschen oder über
das Sonnensystem hinaus Astronomie zu betreiben. Ich behaupte sogar, dass
es unser Naturell ist, gerade da zu forschen, wo wir noch nichts wissen,
aber etwas erahnen können. Was uns wahrscheinlich verschlossen bleibt,
ist das, was wir als nicht sichtbar bezeichnen. Das ist aber schon in der
Quantenphysik der Fall. Wir sind folglich auf die Mathematik angewiesen,
die uns dann höchsten sehr glaubwürdige Modelle anbieten kann. Insofern
stimmt die Aussage von Professor Lesch. Dabei dürfen wir nicht vergessen,
dass wir in der letzten Beweisführung unserer gängigen empirischen
Modelle auch bloss auf grosse einleuchtende Einigkeit der Gesellschaft
angewiesen sind.
Ein weiterer, nicht gerade wissenschaftlicher Antrieb dazu, aber
mindestens als Argument zu überdenken, ist die Tatsache, dass wir, nach
unseren Erkenntnissen, noch mindestens fünf Milliarden Jahre auf dieser
Erde leben, nämlich bis dann, wenn die Sonne zum roten Riesen wird.
Wollen wir also in einem positivistischen Denkmodell die nächsten fünf
Milliarden Jahre erstarren oder wollen wir uns in der uns zur Verfügung
stehenden Zeit nicht doch lieber weiter mit dem Unbekannten beschäftigen,
selbst auf die Gefahr hin, dass am Ende das herausschaut, was Professor
Lesch befürchtet?
Dazu ein Spruch von Tierry Practett: „Am Anfang war nichts. Und Gott
sprach: „Es werde Licht“, und da war immer noch nichts, aber jetzt
konnte man es sehen.“
Ein weiteres Hindernis ist das Wahrnehmungsproblem der Physik, weil sie
sich immer noch an Teilchen orientiert, also immer noch vom mathematischen
Punkt ausgeht, obwohl sie schon längst festgestellt hat, dass sie es eher
mit Feldern zu tun hat, was eindeutig darauf hinweist, dass wir es mit
Energie als Quelle des später Sichtbaren zu tun haben. Durch die Theorie
des Higgsfeldes sowie die Tatsache, dass alles vorerst eher in Feldern
denn als Teilchen zu definieren ist, weist alles darauf hin, dass es
Energien sind, die unsere Realität gestalten, und nicht eine unabhängig
von diesen entstandene Masse. Die Vorstellung der Masse als autonomer
Attraktor ist somit hinfällig geworden.
Sollte aber die Theorie mit den Higgsfeldern
sich nicht bestätigen, so wäre da noch die Theorie mit der Singularität,
welche besagt, dass diese
im Moment des Urknalls aus unendlich dichter Energie bestanden haben soll.
Somit können die folgenden Prozesse nichts anderes sein als Formen eben
dieser Energie. Die Energietheorie ist also durch ein Nichtbestätigen der
Higgstheorie nicht hinfällig.
Und
die Folgen für Religionen?
Selbst Clemens von Alexandria (150 - 215 n. Chr.) ahnte
davon, wenn er seinen Gottesbeweis schildert: „....Aber auch von Teilen
kann man bei Gott nicht reden; denn unteilbar ist das Eine und deshalb
auch unendlich, nicht in dem Sinn, dass man es nicht erschöpfend
behandeln kann, sondern dass man es nicht in Abschnitte zerlegen kann und
dass es kein Ende hat und demnach gestalt- und namenlos ist.“
Das hat auch den Nebeneffekt, dass es aufdeckt, dass die Theologie im
Prinzip diesen Sachverhalt, dass es ein Omniversum geben muss, bestätigt,
nur dann den Fehler macht, diesen einer rational bewussten Schöpfergestalt
zuzuschreiben.
Warum immer wieder eine Schöpfergestalt als höchste Instanz vermutet
wird, dürfte daran liegen, dass wir unser Bewusstsein realisieren, dabei
aber offenbar dieses mit unserer unbewussten Dynamik, das heisst auch mit
der oft bedrohlichen natürlichen Umgebung sowie der fast unübersichtlichen
Vielfalt der Natur, nicht in Einklang bringen können. Wir trauen also der
Kompetenz unserer eigenen analytischen Bewusstheit nicht. Dafür verlassen
wir die uns zugängliche faktische Ebene.
Auch Parmenides wusste
vom Omniversum, als er sagte: „Alles ist Sein.“ Im Gegensatz zu ihm
beschreibt Heraklit die Folgen dieser Tatsache, wenn er sagt: „Alles
fliesst.“
So gesehen ist der Sinn des Bewusstseins der, dass ich mich als Omniversum
selbst erkenne. Also aus
einem der Zustände heraus, aus dem ich mich wieder in andere Zustände
des Omniversums wandle. Wir können uns also nur vorläufig mit unserem
Zustand identifizieren. Im Laufe dieses dynamischen Prozesses verschwinden
wir im Omniversum.
(Eine solche Definition lässt natürlich auch die Möglichkeit
einer Wandlung in andere Bewusstseinszustände offen. Das erwähne ich
nur, um möglichst objektiv und neutral zu bleiben.)
Wie
entstehen solche Weltalle in einem Omniversum?
Nach der gängigen Physik besteht eine Singularität,
die z.B. unser Weltall möglich machte, aus unendlich verdichteter
Energie, die eine so kritische Dichte erreichte, dass eine Explosion
stattfindet: der Urknall. Dabei ist zu bedenken, dass eine Singularität
als physikalisch höchstmögliche Komprimierung von Energie insofern keine
solche ist, also kein Punkt, weil sie ja das Resultat von energetischen
Prozessen ist, die hier bis zum besagten extrem kleinen Zustand
komprimiert werden, bis es zum entscheidenden „Knall“ wegen unverträglicher
Verdichtung kommt. Denn bekanntlich besteht die astronomisch-physikalische
Singularität aus verdichteter Energie, ist damit eher ein dynamischer
Zustand denn ein Punkt.
Woher kommt aber diese Energie? Mit üblichen mathematischen Mitteln
scheint das vorläufig nicht auszumachen zu sein. Denn die Gesetze der
Physik hören nahe der Singularität auf, messbar zu sein. Da fangen nun
meine Spekulationen an, die, so hoffe ich, Grund sind,
andere Interessierte dazu zu inspirieren, vielleicht auf diese
Weise eine Erkenntnisebene zu erforschen, mit dem Ziel, mindestens näherungsweise
eine empirische Definition zu erreichen.
Um die Existenz von Energien zu klären, muss man sich ein Omniversum
vorstellen, in dem das, was wir Energie nennen, in unzähligen Varianten
von Zuständen aktiv ist. Um es vertrauter zu schildern, genügen da die
uns bekannten Begriffe wie Wellen, Wärme etc., also Abläufe, wie wir sie
auch in unserem bekannten physikalischen Weltbild beobachten können.
Diese Zustände können sich verdichten oder ausdehnen. Naheliegend dabei
ist auch, dass hier die Eigenschaften der Chaostheorie, also Entropie,
Selbstorganisation etc., eine Rolle spielen. Jedenfalls scheinen für
diese Prozesse unsere Kenntnisse der Physik vorerst auszureichen. Kommt es
nun z.B. zu einer Dichte, die wir als Singularität bezeichnen, die ein
Weltall erzeugt, so verdichten sich die energetischen Felder zu einem
punktähnlichen Energiebündel.
Solche Zustände energetischer Prozesse sind im ganzen Omniversum
existent, sind also nicht auf eine einmalige vektorielle Entwicklung zu
reduzieren, sondern zeitlich immer und überall möglich. Es gibt also
keinen Urzustand, von dem aus Zeit gemessen werden könnte, sondern eine
nicht zu beziffernde Anzahl an Ereignissen, wo Bewegungen, also Energien,
sich bemerkbar machen. Dort aber, wo sich nichts bewegt, gibt es nur das,
was Nichtraum ist. Der Nichtraum ist das, was ich als Bewegung und Ruhe zugleich
bezeichne, also einen, in dem sich beide Potenzen in homogener Einheit als
Möglichkeitszustand befinden. Es gibt kein danach oder dahinter mehr, nur
noch ein darin sich Ereignendes, wenn eben Bewegung, also Energie, sich
einseitig potenzialisiert.
Möglicherweise meinte Aristoteles dasselbe, als er vom „unbewegten
Beweger“ sprach. Nur impliziert seine Definition wieder eine Person. Das
ist natürlich nicht der Fall. Denn hier muss ich klarstellen, dass es
sich bei dem hier vorgeschlagenen Omniversum nicht um einen
personifizierten Schöpfer handeln kann. Ein solcher wäre natürlich
selbst Folge des Systems und nicht die Ursache. Denn ein personifizierter
Schöpfer muss selbst aus Energie bestehen, bevor er überhaupt etwas
bewirken könnte.
Etwas vorläufig nicht zu Definierendes ist die Ursache, dass dieser
Zustand von Bewegung und Ruhe zugleich doch in der Lage ist, eine
der beiden Eigenschaften aufzugeben, indem er in Bewegung gerät, also
sich Bewegung und folglich Raum und Zeit entwickelt. Anlehnen kann man
diese Eigenschaft an das im Weltall zu beobachtende Vakuum, das
Fluktuationen erzeugt. Es gibt also die Leere, die Spannungen erzeugt,
wahrscheinlich aufgrund ihrer Eigenschaften, die ihrerseits Reaktionen
bewirken wie die der Fluktuationen. Es entsteht also Potenzialität und
damit Bewegung, kraft der Neigung. Dabei verschwindet zwangsläufig die
Eigenschaft der Ruhe. Das ist der Moment, wo alle diese Prozesse in Gang
geraten, welche über unzählige Transformationen in für uns nicht zu
beziffernden Äonen irgendeinmal in eine Singularität münden können,
also die Vorbedingungen, die einen sogenannten Urknall erwirken. Das
geschieht, wie gesagt, nicht linear, ist auch nicht bloss eine Folge eines
einmaligen Vorganges, sondern es geschieht im ganzen Omniversum
ununterbrochen, wo immer solche Neigungen anfangen zu wirken. Das bedeutet
auch, dass es auch immer irgendwo und irgendwie Zustände von Bewegung und
Ruhe zugleich gibt, also Nichtraum. Dieser Vorschlag erledigt auch
die Frage der Unendlichkeit, denn der Nichtraum ist somit endlich und
unendlich zugleich. Er existiert nur da, wo keine Bewegung wirkt, und ist
nicht als Unendlichkeit zu definieren, weil er sofort aufhört zu sein,
wenn etwas aktual wird. Schon das Denken an den Nichtraum löst ihn auf.
Wir haben also wieder die Tatsache der Gleichzeitigkeit dualer
Wahrnehmungen.
So weit der Vorschlag zur Definition eines möglichen Urzustandes.
Der
Vergleich mit der Viele-Welten-Theorie
Es gibt bereits einige Thesen zur Möglichkeit von
vielen Welten in einem Omniversum. Meistens ist aber in diesen Theorien
die Trennung zwischen dem Weltall,das wir wahrnehmen, und dem, was ich als
Omniversum bezeichne, nicht so klar auszumachen. In den Thesen von Hugh
Everett bzw. Andrej Linde gibt es z.B. das Omniversum mit Blasen, welche
aber nicht von unserem Weltall getrennt sind, weil es eine Verbundenheit
gibt. Es ist immer noch eine begrenzte Region, die ein Aussen hat. Das ist
der wesentliche Unterschied zu meinem Vorschlag, der zuerst ein Zustand
von Nichtraum ist, in dem sich dann alle diese Prozesse ereignen können.
Es gibt nicht mehr in einer Region Raum und darum herum der Nichtraum,
sondern die Prozesse sind überall und zu jederzeit im Gange oder eben
nicht. Ausserhalb vom Nichtraum nichts mehr denkbar. Aber es können in
ihm unendlich viele Räume mit unendlich verschiedenen physikalischen
Gesetzen entstehen.
Wegen dem mühsamen Auseinanderhalten, was jetzt unser Weltall und was ein
eigentliches Omniversum beschreibt, schlage ich die eingangs erwähnte
Definition vor.
Die mit einleuchtender Wahrscheinlichkeit existierenden schwarzen Löcher
ergeben sich erst nach den Prozessen, die zu Weltallen führen. Sie können
aufgrund ihrer Tendenz zu Singularitäten ihrerseits neue Weltalle
entstehen lassen. Auch Vorschläge wie die von F. A. Wolf zu den
parallelen Weltallen möchte ich hier nicht behandeln, weil das ja alles
erst Folgen von energetischen Prozessen sind. Ich möchte aber die Vorgänge
so allgemeingültig wie nur möglich schildern.
Wieso genügt es nicht, unser Weltall anzunehmen,
ohne ein zusätzliches Omniversum zu definieren?
Das Problem ist die Tatsache, dass es eine
Hintergrundstrahlung gibt, die das Ende unseres Weltalls anzeigt. Wenn
etwas aber endlich ist, kann es nicht etwas Allumfassendes sein und es ermöglicht
weiterhin Spekulationen wie z.B. ein dahinterliegendes Schöpferprinzip.
Mein Ziel ist hier auch, aufzuzeigen, dass mit der Definition eines
Nichtraums ein ursächliches bewusstes Schöpferprinzip ausgeschlossen
werden kann. Dass man natürlich den energetisch begründeten Vorgang
eines Omniversums als Schöpfungsakt bezeichnen kann, ist semantisch nicht
zu bestreiten.
Wie
sieht die daraus sich ergebende Konsequenz auf unser Leben aus?
Wie ich anfänglich beschrieb, besteht die Materie aus
verdichteter Energie, d.h., sie ist nicht eine von der Energie unabhängige
Potenzialität. Das bedeutet, sie ist auch im dynamischen Prozess von
Verdichtung und Ausdehnung integriert. Deshalb ist sie ja, in bestimmten
Formen, empfänglich für energetische Prozesse. Am augenfälligsten ist
das an den verschiedenen Zuständen des Wassers zu beschreiben. Auch das,
was wir Leben nennen, ist nichts anderes als eine Energie mit erweiterter
dynamischer Eigenschaft. Wir sind also untrennbar mit dem verbunden, was
diese Entwicklung bewirkte, nämlich dem Omniversum. Deshalb neige ich
dazu dieses als Allseiendes zu bezeichnen.
D.h., die Möglichkeit von
Bewegung und Ruhe zugleich, wo sich diejenige der Bewegung aktual
manifestiert, ist die Ursache der energetischen Prozesse der gleichen Kräfte,
die uns bewirken. Es gibt also zwischen den Energien, die im Omniversum
wirken, und denen, die uns bewirken, nichts Dazwischengeschobenes.
Das hat onthologisch die Konsequenz, dass auch das uns Bewegende, nämlich
die aus irgendwelchen Impulsen entstehenden Gefühle, nichts anderes ist
als Energien, die von auf uns einwirkenden und uns bedingenden Potenzialitäten
stammen. Nun haben aber die Lebewesen eine Eigenschaft, mit der sie auf
die Umgebung mit Energie reagieren und so interaktiv wirken können. Der
vorläufig für uns feststellbare Höhepunkt dieser Entwicklung ist
derjenige, den wir als Bewusstsein wahrnehmen. Da ist nicht nur die
spontane Interaktion möglich, sondern auch die aufgrund einer gewissen
Reflektionsfähigkeit mögliche absichtlich herbeigeführte Interaktion.
Die Folge davon ist die Fähigkeit, Wahrnehmungen in Kausalitäten zu
definieren und so eine abstrakte, also allgemeingültig erscheinende
Wahrnehmung zu entwickeln bis hin zur Definition eines uns selbst seienden
Omniversums. Das bedeutet, durch unseren Zustand kann sich das Omniversum
selbst erkennen.
Fasst man nun diese Eigenschaften zusammen, so erhalten wir ein Bild, das
als dynamischer Prozess bezeichnet werden kann. Darin ereignen sich
spontane Interaktionen, aber auch bewusst herbeigeführte Prozesse je
nachdem, was die energetischen Kräfte gerade ausmacht. Es entstehen dabei
diejenigen Ereignisse, die ich - in erweiterter Anwendung der Definition
von Wolfgang Pauli und C.G. Jung – als Synchronizitäten akausaler
Zusammenhänge postuliere. Ereignen sich z.B. die Ereignisse nicht, so
fehlt die Synchronizität. Das lässt sich anschaulich an dem zeigen, was
wir als Zufall bezeichnen. Sind die Synchronizitäten akausaler Zusammenhänge
nicht geschehen, so wissen wir im Prinzip nichts von ihnen. Ereignen sie
sich aber, so erscheinen sie oft wie zugefallen. Wir sind aber meistens in
der Lage, im Nachhinein die Entstehungsfaktoren weitestgehend zurückzuverfolgen,
was deutlich aufzeigt, dass vorherige, uns nicht sichtbare Prozesse tatsächlich
die Bedingung für Sychronizitäten sind. Das lässt sich auch mit den vom
Physiker H.P. Dürr definierten Möglichkeitswellen beschreiben.
Es ist uns möglich, bis zu einem gewissen Grad gewisse Prozesse zu
beeinflussen. Das scheitert aber, wenn die Synchronizitäten sich dabei
nicht ereignen. Da wären die Wünsche anzusiedeln.
Hier scheint mir eine Erklärung für alle die Wunder und
Wahrsagergeschichten am Platze zu sein. Auch Götter und Astrologie gehören,
was die angeblichen Vorsehungen und energetischen Bedingtheiten anbelangt,
hierhin. Es sind nichts anderes als Erklärungsversuche für etwas, das
ohnehin geschieht. Nur: Wir haben dabei selten den Überblick, was zur
Folge hat, dass wir erst im Nachhinein erklären können, warum etwas
geschehen ist. Da bauen wir
uns halt Systeme auf, die an Mutwilligkeit nicht mehr zu überbieten sind,
weil nämlich nur explizit das System bestätigende Vorkommnisse als
dazugehörig erklärt werden. Trotzdem hat die Auswahl und die Deutung
sinnigerweise meistens den Anstrich eines Experimentes, das der
klassischen Physik ähnelt, in dem bestimmte Kriterien fokussiert und
andere ausgeblendet werden. Sagt eine Person etwas dagegen, wird diejenige
Person meist als für die Sache zu unsensibel oder als nicht kompetent
erklärt. Bei diesem Vergleich gilt es zu bedenken, dass die Ausblendungen
bei der klassischen Physik nur vorläufig, bei den esoterischen aber meist
dogmatische sind.
Wenn ich z.B. einen Autounfall habe, so sind da einzig die fast unendlich
grossen Möglichkeiten im Spiel, die mich und das den Unfall mit
verursachende Vehikel in die Situation bringen, dass solches passiert. Da
sind nicht Vorausahnungen im Spiel. Alle von Aussenstehenden zu dieser
Sache gemachten Aussagen, wie z.B. „ich habe es geahnt“, haben mit dem
Ereignis nichts zu tun. Denn wenn wir ehrlich sind, haben wir mehr als
genug Befürchtungen, wenn jemand in irgendein Fahrzeug steigt. In
millionenfacher Zahl ereignet sich dabei nichts. Wenn dann aber, bei einer
vielleicht gemachten Befürchtung, tatsächlich etwas passiert, so
gewichten wir das so, als wäre es das erste Mal, dass wir eine Befürchtung
gehabt hätten. Anders liegt es bei den vom involvierten Fahrer gemachten
Befürchtungen. Sie sind zwar generell auch nichts anderes als eine durch
unsere Reflexionsfähigkeit bedingte Eigenschaft und haben in der Regel
keine Folgen auf die befürchteten Ereignisse. Es kann sich jedoch
ereignen, dass gewisse Missgeschicke tatsächlich auf diese psychische
Spannung zurückgeführt werden könnten, die solche Befürchtungen auslösen.
Das hat aber eine andere Abfolgequalität.
Ein anderes Beispiel ist der verpasste Flug. Stürzt ein Flugzeug ab, neigen die Personen, die das Flugzeug
verpasst haben, auch dazu, dieses als Vorsehung zu sehen. Unsere Gedanken
haben zwar etwas mit Physik zu tun, weil sie auch zum energetischen
Prinzip gehören, können aber nur dann mit einem Ereignis partizipieren,
wenn die entsprechenden Synchronizitäten stattfinden. Ganz sicher nicht
im Voraus. Einzig Vermutungen sind möglich, nicht aber faktische
Gegebenheiten.
Unsere Erlebnisse haben offensichtlich nichts mit Vorsehung zu tun, aber
mit Konstellationen von bestimmten Energien schon.
Nun gibt es aber Entwicklungen, die ein höheres Mass an
Wahrscheinlichkeit besitzen und dadurch auch wirklich eintreffen. Dazu gehören
etwa politische Entwicklungen. Aber selbst diese Art von voraussehbaren
Entwicklungen unterliegen dem Chaosprinzip und können deshalb – nicht
selten – durch ungeahnte Aspekte hinfällig werden.
Was aber ganz sicher ist: Garantierte Vorhersagen gibt es nicht.
Wer das behauptet, verdrängt alle diesbezüglichen Aussagen und Gedanken,
die er auch hatte, als sich nichts ereignete.
Immer lauter werden aber nun jene der Wissenschaft nahe Kräfte,
wie auch Wissenschaftler selbst, die mit der Quantenmechanik einen Beweis
für eine bewusste Schöpfung liefern wollen. Einige versuchen sogar die
Telepathie über die Quantenverschränkung zu erklären. Ich möchte hier
begründen, warum man die Telepathie nicht mit der Quantenmechanik
verbinden kann, respektive, was dass bedeutet, wenn man es tut.
Die Quantenverschränkung besagt, dass es Systempaare gibt, die, egal wie
weit sie voneinander entfernt sind, unmittelbar und sozusagen ohne Zeit
auf den einen Teil reagieren, wenn dieser manipuliert wird. Das kann von
einem Ende des Weltalls zum anderen geschehen.
Wäre es so, dass das Übertragen von Visionen, die von einem realen
Ereignis hervorgerufen werden, durch quantenphysikalische Naturgesetze
gegeben wäre, müssten die Visionen bei einer grösseren Anzahl von
Leuten stattfinden. Denn, wenn dieses Phänomen tatsächlich als Gesetz in
uns ist, dann würden das jede Menge Leute erfahren und nicht, wie üblich
eine einzige Person, oder eine unter sich verbundene Gruppe. Eigentlich müssten
es tausende sein, denn es soll mir niemand behaupten, ausser den einzelnen
Personen oder Gruppen, hätten die anderen dieses Sensorium einfach nicht.
Entweder ist es ein Naturgesetz dann wirkt es bei allen, oder es ist kein
Naturgesetz, dann wirkt es auch bei den Visionären nicht über ein
solches. Denn wie sollte man belegen, dass die Mehrheit der Bevölkerung
einen Filter hat, der solche Quantenverschränkungen nicht wirken lässt,
wenn diese, wie in Berichten
über Visionen immer wieder geschrieben wird, ganz spontan auf eine Person
einwirken kann. Folglich müssten wir täglich tausende von mit
Ereignissen synchrone Visionen haben? Das ist offensichtlich nicht der
Fall.
Natürlich ist mit dem Phänomen der Verschränkung und der sich daraus
ergebenden Nichtlokalität die Möglichkeit gegeben, dass wir auch mit dem
Weltall verschränkt sind, da wir ja aus eben diesen Teilchen bestehen.
Mein Einwand ist ja nur, wenn dem so ist, dann wären Visionen, die durch
reale Gegebenheiten synchron erzeugt werden, keine Einzelereignisse.
Diese Beispiele sollen nur schildern, wie Energien in
unserer Wahrnehmung wirken. Auch manchmal zu sehr wagen Interpretationen führen.
Es ist also nicht so, dass die Energie oder das, was als solche bezeichnet
werden kann, nur eine Grösse in der klassischen Physik ist. Die moderne
Physik hat längst bewiesen, dass wir es eher allgemein mit energetischen
Phänomenen zu tun haben als mit einer ausserhalb von ihr stehenden Masse.
Dabei ist noch ein Vorteil zu sehen: Es erweist sich, dass alles im
Prinzip systemimmanent ist. Wir könnten uns also mit der bis jetzt in der
Physik angewandten Methodik und mit den uns als korrekt erscheinenden
Kriterien an das Unbekannte heranwagen.
Wie eingangs erwähnt, ist diese These nicht eine Behauptung, sondern ein
Vorschlag, der auch schon an anderer Stelle gemacht wurde. Ich füge höchstens
den Aspekt des Omniversums im oben beschriebenen Sinne hinzu. Das hat den
angenehmen Nebeneffekt, dass jegliche Ausgeschlossenheit aus diesem
Seinszustand unmöglich wird. Das bedeutet, dass das Individuum, selbst
mit einem reflexionsfähigen Bewusstsein, nicht aus dem Omniversum herausfällt,
weil es selbst das Omniversum ist. Konsequenterweise kann diese Theorie
sogar Raum für personifizierte Schöpfergestalten, wie z.B. Gottheiten,
bieten, die aber nur sekundär bedingt mögliche fiktive energetische
Seinsformen sein könnten, weil sie selbst Energie sein müssen. Indem
solche Schöpfergestalten, durch ihre Individualisierung, selbst
Zusammengezogenheit sind, also ein Sich-selbst -sein und ein Aussen haben,
bewirken sie eine Ausgeschlossenheit der angeblich von ihnen geschaffenen
Wesen. Denn erst mit der Einführung einer Gottheit trennt sich der Mensch
vom Omniversum. In der dadurch sie bewirkten Ausgeschlossenheit, soll er
diese Schöpfergestalt erst noch lobpreisen!
Ich mache diesen Vorschlag auch, um damit aufzuzeigen,
dass es Indizien gibt, die darauf hinweisen, dass die Entwicklung unseres
Wissens wahrscheinlich noch lange nicht am Ende ist. Er appelliert an all
jene, die heute der Meinung sind, alles Wissen sei nun gefunden, diese
noch einmal zu überdenken. Das glaubten wir - nebenbei bemerkt - in der
Menschheitsgeschichte schon des Öftern.
Eine Theorie der Potenzialität ist in der Physik längst bekannt.
Sie beinhaltet im Wesentlichen die Aussage, dass alles, was sich für uns
feststellbar entwickelt hat, in den Potenzialen enthält ist, die sich später
als physikalische Gesetze manifestieren. Ich erwähne das, weil es
bedeutet, dass es im Omniversum Tendenzen gibt, die sich verwirklichen,
also aktual werden, sich aber nicht unbedingt verwirklichen müssen, also
rein potenziell bleiben. Das läuft darauf hinaus, dass alles überall zur
gleichen Zeit potenziell wie aktual existieren und sich auch manifestieren
kann.
Worin liegt der Sinn dieses Vorschlags?
-
Er liegt in erster Linie darin, eine Orientierung
zu ermöglichen, die näher an der mit determinierbaren Kriterien
wahrgenommenen Weltdarstellung liegt als bei einer diffusen, irrational
beschriebenen Schöpfergestalt und -geschichte, welche nur logisch
erscheint, wenn man sie widerspruchslos als solche anerkennt. Damit liegt
mein Vorschlag in der Linie bestimmter Denker, die fordern, dass die
moderne empirische Erkenntnis die Religion ersetzen muss.
-
In diesem Modell gibt es keine Möglichkeit mehr
die Frage „Was ist danach“ zu stellen, weil durch das Einführen des
Nichtraums jegliches dualistisches Prinzip ausgeschlossen wird. Stellt man
die Frage nach dem Nichtraum, entsteht automatisch Raum.
- Sie hat den Zweck, die wissenschaftliche Arbeit
fortzusetzen, wozu sie anfänglich
gedacht
ist: zur Lösung der Frage der Herkunft unserer Existenz. Wir haben noch
ca.
fünf
Milliarden Jahre Zeit zu versuchen diese Frage zu beantworten. Wieso
wollen wir
schon
jetzt mit Schlussfolgerungen wie „Wir werden die Wahrheit nie finden“
und
ähnlichen kurzgeschlossenen Sprüchen
die Forschung abbrechen, wenn wir
noch so viel Zeit haben, daran zu
arbeiten?
-
Weil die logische Empirik der Metaphysik immer
nachhinkt, da Letztere es ist, die den Impuls zu gefestigtem Wissen gibt,
indem sie Nichtbewusstes intuitiv in das Bewusstsein holt. Die Metaphysik
produziert natürlich auch Unsinn. Aber um das zu prüfen, haben wir ja
wiederum die Kriterien der logischen Empirik.
-
Der Irrtum ist erst dann ersichtlich, wenn er
sich als solcher erweist.
- Es gibt für keinen Beobachter einen
Vorteil, den er für seine Identitätsaufwertung
benützen kann.
-
Meine Theorie vollendet die existenzielle
Gleichheit von allem, weil sie selbst kein Mass ist, konsequenterweise
aber auch kein anderes Mass oder irgendeine andere Welttheorie verbietet.
-
Sie hebt den Tod auf, weil es keine andere
Substanz gibt als die Energie
im Omniversum. Das durch Zusammengezogenheit Lebendige verwandelt sich
bloss in andere energetische Zustände. Was endet, ist das individuelle
Bewusstsein.
-
Dass ich mich selbst als Omniversum erkenne, um
in der energetischen Wandlung wieder in mir selbst zu verschwinden.
-
Dieser Vorschlag und dessen Bearbeitung ergibt
natürlich nur dann einen Sinn, wenn die hier gemachten Hypothesen immer
mit den Kriterien der exakten Wissenschaften aufgestellt und falsifiziert
werden.
Gegen die Hilflosigkeit im Omniversum
Gott
ist der Anfang des menschlichen Bewusstseins und kein Gott. Sollten wir
folglich den Moment erleben, wo wir uns nicht mit dem Omniversum - also
mit uns - in einer Synthese erfahren und dabei Hilflosigkeit entsteht und
jeglicher Sinn abhanden kommt, schlage ich vor, dass man sehr wohl
Instanzen anrufen kann, die uns in diesem Unvermögen Halt bieten können:
Das ist z.B. der Anfang des Bewussteins, also die Quelle der Erkenntnis,
sowie der Anfang der Möglichkeiten, die uns inspiratorische Hilfe und
damit Rat bieten können. Man kann also sich selbst an der Quelle der
Erkenntnis orientieren. Wahrscheinlich sind das die Bereiche, die auch
einen Gott implizieren. Bei meinem Vorschlag wird aber die real
festzustellende Dimension als Orientierungshilfe hinzugezogen und kein
fiktives Über-Ich.
Als geistige Orientierung würde so der Anfang des
Bewusstseins dienen, weil es als ordnende Kraft wahrgenommen werden kann.
Dabei ist es wichtig, sich selbst als Omniversum
zu erkennen. Wir haben uns also, als Teil des Omniversums, selbst so
geschaffen.
Abschliessend
noch einmal John D. Barrow, Physiker und Mathematiker:
Die Unendlichkeit fordert uns heraus, über die Verkoppelung von uns
selbst und allen Dingen, die uns teuer sind, nachzudenken und die
Beweiskraft aller Möglichkeiten – der denkbaren und der verwirklichten
– abzuwägen.
Radikale Konsequenz der Energietheorie auf
die Bedeutung des Bewusstseins im Omniversum
Dadurch, dass wir selbst das Omniversum sind, endet
eine weitere Illusion von einer Sonderstellung des Menschen in der Natur.
Wir sind also nicht nur nicht mehr Mittelpunkt des dynamischen Geschehens
der Natur, sondern unsere Wahrnehmung, in irgendeiner Weise Bedeutung zu
haben, wird dadurch zunichte gemacht, dass wir aus Energie bestehen und
entstanden sind und wieder darin verschwinden. Unser Leben ist also nur so
lange von Bedeutung, als es besteht. Sind wir in dem Zustand, den man als
tot bezeichnet, erreichen wir die gleichen Eigenschaften wie vor der
Geburt. Wir wissen nichts mehr von unserer bewussten Existenz. Aber
zugleich, als Omniversum, sind wir dynamisch noch wirksam, in einem
anderen Energiezustand. Das einzige, was uns über den Tod hinaus unsere
gewesene Existenz in Erinnerung halten kann, sind unsere Aktivitäten während
des Lebens, die, je nach Art, uns noch ein paar Jahre bis Jahrhunderte
dokumentieren können. Aber spätestens nach ein paar Milliarden Jahren
wird auch diese Möglichkeit zu Ende sein, nämlich dann, wenn die Sonne
zum roten Riesen wird und den grössten Teil des zu ihr gehörigen Systems
verschluckt. Durch diesen Prozess im Sonnensystem ist die Frage nach
unserer Bedeutung radikal gelöst. Natürlich immer vorausgesetzt, dass
wir bis dahin kein Mittel gefunden haben, aus dieser Falle zu fliehen.
Beruhigend an meinem Vorschlag ist, dass wir dadurch endlich wissen, woher
wir kommen und in welchem Verhältnis wir wirklich zur Realität stehen.
Wir sind folglich weder der Mittelpunkt der Natur, noch sind wir nichts.
Wir sind ganz einfach Energie des Omniversums in verdichteter Form. Der
Versuch, ein anthropologisches Prinzip auszumachen, muss konsequenterweise
auch zu diesem Schluss kommen, wenn dieser mit streng wissenschaftlichen
Kriterien gemacht wird.
Stattdessen versuchen immer mehr Physiker eine theistische Erklärung zu
forcieren.
Es ist doch einigermassen erstaunlich wie Wissenschaftler, die sich der
Emiprik verpflichtet haben, plötzlich die noch nicht determinierbaren
Teile der Natur dadurch erklären, dass da ein Gott im Spiel sein soll.
Anstatt weiterhin mit den Kriterien der Wissenschaft weiter zu forschen,
gleiten sie gedanklich in völlig irrationale Überlegungen ab. Dabei
werden sie nicht müde, die Thesen über die Prozesse vor der Entstehung
einer Singularität, als Spekulation abzutun. Im Gegensatz dazu aber einen
Gott wie selbstverständlich postulieren. Das ist völlig unverständlich
und psychologisch schwer nachvollziehbar. Wenn schon spekulativ weiter
gedacht werden muss, so ist es logisch nicht mehr nachzuvollziehen, warum
diese Forscher nicht den naturwissenschaftlichen Weg weitergehen, wie es
z.B. Bojowald und Ashtekar tun, dafür aber die wohl dümmste
Erkenntnisspur wählen. Das verrückte daran ist, dass sie sich so
jeglicher Möglichkeit zur Erkenntnisweiterung berauben. Es scheint
gedanklich bequemer zu sein, sich einen bewussten Schöpfer von der Natur
vorzustellen, als, zugegeben vorläufig ebenso spekulativ, über der mit
der Wissenschaft eng verbundenen logischen Empirik
hinaus halt trotzdem, mit möglichst konsequenter Logik
Spekulationen anzustellen die, sollten sie erfolgreich sein, bestimmt eine
Erweiterung des Erkennens bringen. Die
Schlussfolgerung eines Gottes als Ursache ist im Gegensatz dazu das Ende
der Forschung und die Religiösen können getrost ihr an
Selbstherrlichkeit grenzendes Unwesen vollenden.
Hier stimmen meine Überlegungen mit denen des
logischen Empirikers überein, weil auch er im System des Weltalls keinen
beweisbaren Hinweis findet, dass da eine höhere Sinngebung der Natur sein
kann. Somit könnte man ja auf die Erweiterung der Überlegungen hin zu
einem Omniversum verzichten. Nur hat die reduzierende Beschränkung auf
ein Weltall den Nachteil, dass so behauptet werden kann, es gebe eben
einen Geist ausserhalb von diesem. Deshalb hat die Erkenntnis, dass unser
Weltall endlich ist, nicht nur eine rein physikalische Komponente, sondern
hat bis tief in unsere Philosophie Konsequenzen, und wir werden am Schluss
gezwungen, eine grössere Dimension aus oben geschilderten logischen
Thesen anzunehmen.
Wie
sollen bewusste Wesen so noch Sinn,
ja sogar Moral finden?
Aufgrund
dieser Erkenntnis erhalten wir eine Situation, die wir bei Naturzuständen
fast immer antreffen. Einerseits sind wir als Individuum Ort, andererseits
als Teil einer Verbandsgruppe ein dynamisches Prinzip. Als einzelner
Mensch sind wir also individuell agierend mit dem Nachteil, dass wir in
diesem Zustand, gemessen am Omniversum, nicht einmal Eintagsfliegen sind.
Wir sind aber Träger von Informationen, die weit über unser Dasein
hinaus eine Rolle spielen können. Darin besteht der Sinn des Einzelnen,
der somit unverzichtbar für den Weitertransport unseres Wissens, also des
Bewusstseins, ist. Hier ist die dynamische Seite des Prinzips bewusstes
Leben. Wie unschwer ersichtlich, haben wir im Laufe der Evolution einiges
zustande gebracht. Folglich ist auch leicht zu erkennen, dass die Energien
offensichtlich einen Zustand erreichen können, der es ihnen ermöglicht,
dass sie sich selbst erkennen können. Wenn so ein dynamisches Prinzip uns
bewirken kann, gibt es keinen Grund, diesen Zustand als nicht sinnvoll zu
erfahren, sind wir es doch selbst, die zu diesem System gehören, also
Teil der Ursache sind.
Insofern ist der Sinn der, beizutragen, dass Leben erhalten bleibt und
sich dabei die Erkenntnis mehrt. Wir sind sozusagen verantwortlich für
die Weiterentwicklung dieses Bewusstseinsprozesses. Dieses Bewusstsein,
das anfänglich rein für das Erdenken einer günstigen Überlebensstrategie
diente, hat jetzt eine neue Qualität entwickelt. Wir wissen aber nicht,
welche Potenz in diesem Prozess liegt. Folglich wäre es bedauerlich, wenn
wir diesen Prozess beenden würden, sei es geistig oder physisch. Das gilt
auch auf der Ebene des Individuums, weil wir von keinem Wesen wissen, was
es zu diesem Prozess beisteuert. Selbst der „schlechteste“ Mensch trägt
zu irgendeiner Erkenntnis bei. Dummerweise auch diejenigen Menschen, die
glauben, sie müssten „schlechtes“ Leben vorzeitig beenden.
Da unser Weltall endlich ist, könnte die Möglichkeit bestehen, dass z.B.
unser Bewusstsein sich derart entwickeln kann, dass es ein solches nicht
mehr braucht. Wir wissen das ganz einfach nicht. Genau dieses Nichtwissen
ist aber der Hauptgrund, warum wir diesen Prozess nicht unterbrechen
sollten.
Es gibt aber auch kein Gesetz, das uns eine Zerstörung verbietet.
Es geschieht nicht einmal etwas, denn wir würden in einem solchen Falle
ganz einfach wieder Omniversum. Unser Sein würde also von einem Zustand
in einen anderen wechseln. Auch hier ist es nicht unmittelbar wichtig,
wenn das der Empiriker lieber nur mit dem Weltall sehen möchte. Es kommt
substanziell auf dasselbe heraus.
Wenn die hier geschilderte Seinsform des Lebens als
Massstab gilt, so sind für das klassische Verständnis von Sinn und Moral
keine Werte mehr auszumachen. Es gibt
dann nichts Fremdbezügliches mehr, mit dem ein Sinn ausgemacht
werden kann. Es scheint, als bliebe der Genuss des Lebens als einziger
Sinn.
Hier wäre auch die Sexualität anzusiedeln, die insofern noch einen höheren
Sinn beinhalten könnte, weil sie gelegentlich auch zur Erhaltung der Art
dient, also den Attraktor des Bewusstseins stabil halten würde.
Glaubt in dieser wertelosen Welt ein Individuum, es könne jegliche
Hemmnis ablegen und - für die andern - destruktive Genüsse pflegen oder
z.B. jemanden bestehlen oder töten, so ist ihm das vorerst tatsächlich möglich,
ohne die geringsten Konsequenzen befürchten zu müssen, jedenfalls nicht
vom Zustand her, den ich als Omniversum definiere. Es ist aber aus
verschiedenen Gründen nicht sehr klug, so etwas gesellschaftlich zu
vertreten, denn derjenige, der das propagiert, ist selbst dieser Logik
ausgesetzt. Er setzt nämlich lokal energetische Kräfte in Bewegung, die
ihn in diese Dynamik mit offenem Ausgang mit hineinziehen. Das wäre ja
wohl das Ende der menschlichen Geschichte. Denn selbst wenn am Ende noch
ein paar übrig bleiben würden, wären sie diesem Prinzip weiterhin
ausgesetzt und würden zudem auf das massivste den Wandlungsprozess gefährden,
den es braucht, um eine Spezies überleben zu lassen. Und
wie sinnvoll ist es, sich auf diese Weise zu behaupten, im Wissen
darum, dass das alles letztlich im Verschwinden endet, als wäre es nie
gewesen? Durch die Feststellung „Woher wir kommen, dahin verschwinden
wir“ lässt sich für niemanden auch nur ein kleinster Vorteil erzielen.
Wir müssen endgültig realisieren, dass wir nur dadurch noch eine
Ganzheitserfahrung machen können, wenn wir uns selbst als Omniversum
verstehen. Das heisst, wir sind im Tod nichts anderes als was wir auch
jetzt sind: Energie. Einzig die energetischen Verhältnisse sind anders.
Unser Bewusstsein ist weder ein Scherz noch ist es nichts im Omniversum.
Es ist, was es ist. Es ist die Tatsache, dass das Omniversum sich selbst
beobachten kann. Mehr nicht. Wir aber können uns während eines Lebens an
dieser Eigenschaft erfreuen und unser Wissen damit
mehren, indem wir versuchen, unsere wahre Herkunft zu ergründen
und andere spannende Entdeckungen zu machen, im Wesentlichen aber dazu
beitragen, diesen Prozess in Gang zu halten, wie auch immer.
(Wenn nun ein religiöser Mensch triumphieren will mit der Begründung, er
habe eben einen Gott, dem er dienen könne, so frage ich ihn, ob ihm die
Lobpreisung Gottes wirklich Sinn genug sein kann. Jedenfalls sind sich
beide Theorien bezüglich Sinnfrage sehr ähnlich. Denn beide enden im
System selbst.)
Es birgt natürlich auch den Aspekt in sich, dass sich gewisse Individuen
dazu entschliessenm, aus Enttäuschtheit oder Verzweiflung den Genuss auf
Kosten anderer zu betreiben. Um das zu regeln, sind natürlich immer noch
die Gesetze da, die ja aus oben genannten Gründen nach wir vor sinnvoll
sind. Und eines ist immer Realität:
Was wir auch machen, wir machen es als Omniversum.
Also – ironischerweise – in uns selbst.
Wie kann diese These bewusst verbreitet werden?
Wenn ich den gegenwärtig fast inflationären Trend zur Religiosität
beobachte, frage ich mich, ob wir mit den gängigen Methoden die
Profanierung der Öffentlichkeit überhaupt noch mehren können. Ganz
offensichtlich sind die diffus wirkenden, manchmal sich widersprechenden
Informationen aus Wissenschaft und Propaganda, mit denen die Gesellschaft
konfrontiert wird, dazu angetan, wieder geistig autoritäre Orientierungen
zu ersehnen. Das - und hier ist mein Vorwurf - hat sehr viel damit zu tun,
dass sich die Instanzen, die sich um eine Profanierung kümmern sollten, nämlich
die Wissenschaft, insbesondere die moderne Physik, genau dies eben nicht
tun. Grund dafür ist, dass durch sie nicht eine neue Dogmatik entstehen
soll. Es soll also nicht wieder ein nach Aufgezwungenheit aussehendes
Wissen durchgedrückt werden, wie das historisch auch von der Wissenschaft
getan wurde. Die Wissenschaft muss aber bedenken, dass sie mit den an das
Religiöse gekoppelten Instanzen bezüglich Realitätswahrnehmung in
Konkurrenz steht. Diesen Dialog kann sie nur gewinnen, wenn es ihr
gelingt, der Gesellschaft ebenso orientierungssichere Denkmodelle
anzubieten, wie das die Religionen tun. Das dürfte mit dem heutigen
Wissen in der Physik nicht allzu schwer sein. Denn sie kann als einzige,
neben logischen, oder als logisch erscheinenden Argumenten, noch handfeste
Beweise mittels Experiment liefern.
Auch kann die Wissenschaft nur mithalten, wenn sie sich mit ähnlichen
Mitteln wie die Religionen in der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei muss
das ja nicht dogmatisch geschehen. Aber sichtbare Präsenz ist das einzige
Mittel, eine nachhaltige Konfrontation zu bewirken, die mit der Zeit eine
stärkere Wahrnehmung im Bewusstsein der Gesellschaft bewirken kann. Dabei
genügt es nicht, sich auf die Publikation von Büchern zu verlassen.
Genau so wenig wie sich die Religiösen bloss in Büchern darstellen, muss
die Wissenschaft nach Mitteln suchen, wie sie eine breitere Öffentlichkeit
mit sichtbareren Medien erreichen kann. Nur so ist es möglich, dem zum
Teil schon erschreckend normal daherkommenden Trend zur Renaissance der
Religiosität mindestens gleich stark entgegenzutreten. Sie muss den Ruf
eines Erzeugers materieller Gebrauchsgegenstände erneut ablegen, indem
sie wieder auch als Wissenschaft zur Lösung philosophischer Fragen
wahrgenommen wird. Nur so wird sie wieder in die Abwägungen des
gesellschaftlichen Dialogs um die Wahrheitsfindung integriert.
Es darf nicht sein, dass aus objektivierenden Gründen eine Behauptung wie
die der Kreationisten, die wissenschaftlichen Daten seien nicht absolut
abgesichert und deshalb nicht evident, von der Wissenschaft deswegen nicht
gebremst werden kann, weil sie wegen ihrer Bemühung
um Objektivität da nichts entgegenhalten kann. Die Wissenschaft
muss klarer kommunizieren, dass zwar die Daten immer zur Korrektur offen
sind, um für neue Erkenntnisse offen zu sein, dass das aber nur
geschieht, um gerade das zu verhindern, was Kreationisten natürlich
anstreben, nämlich eine dogmatisierte Weltsicht zu errichten. Den
Kreationisten wird es aber nie gelingen, eine experimentelle Nachprüfbarkeit
ihrer Behauptungen zu erreichen. Sie haben als Beweismittel lediglich die
Aussage eines Buches; es fehlen die determinierbaren Experimente dazu.
Hier hat die hat die Wissenschaft handwerkliche Mittel in der Hand, deren
Zulässigkeit zur Evidenzbestimmung kein Kreationist mit seinen Argumenten
widerlegen kann. Ein Beispiel: Solange sich die Altersbestimmung mit der
C14-Methode, die im Einklang mit den nachprüfbaren Erkenntnissen über
die atomare Struktur steht, statistisch bewährt, sollten wenigstens
diejenigen, die zum rationalen Weltbild neigen, sich daran orientieren und
nicht durch religiöse Behauptungen verunsichern lassen denen nicht einmal
eine annähernd gleich determinierbare Beweisführung möglich ist,
verunsichern lassen. Zudem ist die Offenheit in der Wissenschaft so, dass
in der Regel nicht alles falsch war, wenn sich neue Erkenntnisse ergeben.
Vielmehr ergänzen die neuen Erkenntnisse meistens lediglich die alten.
Die Unsicherheit der Gesellschaft beruht also auf einer Verallgemeinerung
einer Wahrnehmung, weil im Moment der wissenschaftliche Dialog eher konfus
erscheint, da zwecks objektiver Information beinahe jede Aussage veröffentlicht
wird. Die Meinung also, die Wissenschaft widerspreche sich laufend, beruht
auf einer nicht konsequent reflektierten subjektiven Schlussfolgerung. Das
nützen die Religiösen zu ihrem Vorteil aus. Weil sie selbst nicht in der
Lage sind, ihre Ansichten zu beweisen, missbrauchen sie diesen Nachteil
der aber jeder These, ob wissenschaftlich oder religiös, anhaftet
unfairerweise, um die Wahrheit ihrer Botschaft zu untermauern.
Solche gefährlichen Entwicklungen können nur dann
gestoppt werden, wenn sich die Öffentlichkeit vermehrt der
philosophischen Aspekte der wissenschaftlichen Forschung bewusst wird. Das
wiederum ist zu erreichen, wenn mehr als das blosse Büffeln von
Mathematik und experimentellen Theorien in Bezug auf die
Naturwissenschaften als Erinnerung an die Schule zurückbleibt. Wenn ich
aber Publikationen über die Wissenschaft lese - seien sie philosophisch
oder analytisch wissenschaftlich - so fällt mir auf, wie erschreckend
klein die Bereitschaft der Publizisten ist, sich in eine erweiterte
philosophische Diskussion einzulassen. Bis auf wenige Nobelpreisträger
ist da äusserste Zurückhaltung auszumachen. Durch meine persönliche
Erfahrung stelle ich fest, dass dabei das grösste Hindernis die Angst vor
dem Verlieren des Images, als rationalistisch zu gelten, ist. Eine andere
Blockierung ist die eigene psychische Angst, einmal erreichte
Orientierungen aufzugeben.
Wie sind solche Barrieren zu überwinden?
Eines der wichtigsten Medien dazu ist die Kunst, weil sie in ihren öffentlichen
Botschaften grösste Freiheiten geniesst. Sie kann an sich trockene Themen
emotional umsetzen, um so Themen zugänglicher zu machen. Für einen Künstler
ist es zudem eher möglich, eine Stufe weiter in die Spekulation zu gehen,
als das ein Wissenschaftler wagt. Zugleich bietet diese Anwendung der
Kunst wieder die Möglichkeit, mehr als bloss den Attraktor der im Status
quo der
gerade geltenden Realitätswahrnehmung verweilenden
Gesellschaft zu spielen. Sie könnte so eine über die sinnliche Alltäglichkeit
hinaus wirkende Dynamik herstellen. Die Kunst erhielte damit wieder ihren
sinnvollsten Auftrag zurück, nämlich zusammen mit den Trägern der
Erkenntnis zu helfen, diese zu erweitern und zu verbreiten. Insbesondere für
Personen, die eine Erweiterung der philosophischen Erkenntnis noch für
realistisch halten, könnte eine solche Kunst dienend sein.
Dabei ist die Malerei eines der sichtbarsten Medien, um solches zu
erreichen. Wie schon als religiöse Malerei, hat sie die Möglichkeit, die
modernen Erkenntnisse sinnlich darzustellen. Was früher einmal aus Gründen
des verbreiteten Analphabetismus geschah, könnte heute aus demselben
Grunde wieder eingesetzt werden, ist doch in der breiten Öffentlichkeit
eine eklatante Verdrängung der Wissenschaft als geistiges
Bewusstseinsmodell, das auch für emotionales zuständig ist,
festzustellen. Dies könnte aus den schulischen Erfahrungen mit dem
Wissenschaftsunterricht entstanden sein oder weil sich die Wissenschaft
selbst als eher emotionslos darstellt, in der Regel, um neutrale Glaubwürdigkeit
zu markieren. Dadurch wird sie hauptsächlich als Lieferantin für die
materielle Verwendung wahrgenommen. Das hätte sie mittlerweile nicht mehr
nötig, weil die moderne Wissenschaft eine gewisse emotionale Kreativität
in den Aussagen zulassen würde.
Das sinnliche Bild kann viel dazu beitragen, dass das moderne
Wissenschaftsbild der Öffentlichkeit vertrauter würde, und so die
Hemmnis vor der angeblich emotionslosen Forschung beseitigen. Denn mit den
modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen kann sogar bewiesen werden, dass
gerade die Emotionen in den Gesetzen der Physik eingebettet sind. Nur so,
also mit einer gesteigerten Allgegenwärtigkeit der wissenschaftlichen Gültigkeit,
lässt sich eine Argumentation aufbauen, die sich als mindestens subjektiv
gleichwertig den religiösen Argumenten stellen kann und so der Öffentlichkeit
eine sich in mindestens gleicher Argumentationsstärke zeigende, geistigen
Alternative präsentiert.
Es ist stossend, wie sich heute noch Atheismus und die dazugehörige
wissenschaftliche Argumentation vor der Gesellschaft verstecken muss. Denn
laut Umfragen ist es immerhin nur gegen die Hälfte der Gesellschaft, die
noch an einen Gott glaubt. Die Mehrheit der anderen Hälfte hat bedenken,
ihre Haltung öffentlich zu vertreten. Das äussert sich ganz extrem bei
den Politiker welche auf Wahlstimmen angewiesen sind. Gerade deshalb wären
Anstrengungen, den Atheismus in der Öffentlichkeit als emotional
kompetente Lebenserfahrung darzustellen, heute mehr denn je vonnöten.
Wie
wirkt die Natur?
Die Natur hat keinen Plan, sie geschieht durch aus
energetischen Konstellationen sich ergebenden Zwänge.
Unter einem Plan versteht man gewöhnlich eine vorgezeichnete bewusste
Absicht. Das hat die Natur zu keinem Zeitpunkt. Wenn im Nichtraum
Fluktuationen entstehen, ist da keine Absicht,irgendeinmal
ein Weltall zu schaffen, geschweige denn Leben, oder gar Leben mit
Reflexionsfähigkeiten zu ermöglichen. Erst, wenn solches sich ereignet
kann es sein, dass durch Forschung die Zusammenhänge entschlüsselt
werden können.
Zwänge hat sie insofern, dass, wenn gewisse energetische Konstellationen
eintreten, nichts anderes passieren kann, als das, was diese
Konstellationen ergeben. So ist z.B. eine Singularität nur unter dem
exakt sich entwickelnden energetischen Druck möglich, welcher wiederum
nur unter diesen Umständen einen Urknall auslösen kann. Das würde aber
bedeuten, dass Weltalle nur unter diesen Gesetzen entstehen könnten.
Einzig die Verletzung gewisser Symmetrien könnten in der Folge noch
Variationen in der Entstehung von Weltallen bewirken.
Auch das Leben ist nichts anderes als die Folge von Zwängen in der Natur.
Es braucht nämlich ein riesiges Spektrum von dem, was man als Möglichkeitswellen
bezeichnet, um dieses zu bewirken. Es sind energetische Konstellationen,
die sich immer mehr verkomplizieren, so, dass man letztendlich fast nicht
mehr erklären kann wie so etwas entsteht. Nur deshalb driften gewisse
Menschen in die Mystik ab. Sie
haben ganz einfach nicht die philosophische Geduld zu warten, bis eines
Tages auch diese Komplexität entschlüsselt werden kann.
Ab 25. Dezember 2006
Roset, Künstler. Ich beschäftige mich mit
Physik, insbesondere der Quanten- resp. Teilchenphysik, die ich in
meinen Bildern wegen ihrer philosophischen Konsequenzen auf unsere
Wahrnehmung immer wieder zum Thema habe. Ich lasse meine
Schlussfolgerungen durch Fachleute auf ihre Korrektheit hin prüfen.
Für den Empiriker
lässt sich meine Theorie kurz fassen:
Das Weltall ist ein Produkt der Energie und nimmt mit derer Verlust wieder
ab, d.h. verschwindet. Ein nicht unbekannter Prozess.
Die folgende These, nämlich, dass wir selbst das Omniversum im oben
beschriebenen Sinne sind, behält also ihre Gültigkeit noch, wenn wir
diese auf das uns bekannte Weltall reduzieren. Auch hier erweist es sich,
dass der Stoff, aus dem wir physisch wie geistig sind, derselbe ist, aus
dem auch das Weltall entstanden ist.
Wozu dann die ganze Bemühung eines Omniversums? Weil das Weltall endlich
ist und somit zu jeglicher Spekulation einlädt, insbesondere zur
Spekulation einer ursächlichen Schöpfergestalt:
Es kann dann auch ein Geist ausserhalb des Weltalls behauptet werden. Und
gerade deshalb ist es nötig, dass wir versuchen, bis zum Nichtraum hin
die hier dargestellte Theorie einst empirisch zu beweisen, was im Moment
natürlich utopisch tönt.
Für
den Gläubigen
Aus dieser Theorie lässt sich, bei objektiver
Anwendung von ihr, auch ein Gott konstruieren: Dieser wäre aber nicht
Ursache, sondern die Folge von energetischer Selbstorganisation. Um dann
sein schöpferisches Werk zu vollbringen, müsste er sämtliche
bestehenden Energien usurpieren, um damit das gleiche zu machen, was durch
Energie ohnehin schon geschieht. Wäre ein solches Verhalten göttlich? Über
etwas hätte ein Gott also keine Macht und wäre folglich nicht allmächtig:
über den Nichtraum und dessen Potenz zur Energieerzeugung.
Das bedeutet: Man kann sich in sein Weltbild schon einen Gott
denken, es benötigt ihn aber nicht, denn auch ein Gott könnte nur mit
Energie das erreichen, was wir heute wissenschaftlich beobachten können.
Bei aller Liebe zur Transzendenz, sie ist nur durch Energie erklärbar.
Somit ist ein höherer Geist oder das Geistige auch nur durch das Bestehen
von Energie möglich. Beide Theorien sind zudem, durch die Anwendung in der
Physik, mit bestimmten Kriterien belegt, was wiederum nicht das Bild eines
Nichtraumes von etwas Allumfassenden bzw. Allseinenden
vermitteln respektive beschreiben kann. So schlage ich vor, bis zum
finden eines eventuell noch genaueren Begriffes, den Begriff des
Nichtraumes anzuwenden.gekommen ist. |